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Nachrichten - Iril

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Ritualkreis / Re: Wann ist Magie gefährlich?
« am: Heute um 06:41:11 »
Meine Überlegungen dazu: Wenn man Angst vor ihr hat? Wenn man sich nicht auskennt? Wenn man sich nicht selbst kennt – die eigenen Wünsche, Ängste, Schatten, den eigenen Willen? Wenn man falsche Voraussetzungen annimmt? Wenn die eigene Interpretation der Realität zu wünschen überlest also auf einem Irrtum fußt?

Soweit ich das jetzt nachvollzogen habe stammt ja die Frage aus dem Kontext der Totschlagargumente, die man gerne zu hören bekommt wenn man in spirituellen/magischen/religiösen Kreisen verkehrt und sich jemand bemüßigt fühlt über das Können des Anderen zu urteilen (es zu verurteilen) und ihm daher ein: du bist nicht so weit bzw. noch nicht soweit an den Kopf schmeißt. Ab wann ist das kein Totschlagargument sondern wirkliche Fürsorge, weil Magie gefährlich ist bzw. manches spirituelle Tun gefährlich ist – bzw. sein kann. Und dann kam irgendwie die Frage auf: Ist es das denn? In vielerlei Hinsicht ist Erkenntnis wohl nicht gefährlich, nur nicht immer angenehm. Aber wann weiß man ob man gerade Erkenntnis erlangt oder nicht einem riesen Irrtum aufsitzt?

Ein Bekannter rief mich eines Tages aus heiterem Himmel an und meinte: Er wäre jetzt endlich aufgewacht und wieder zu sich gekommen. Die letzten Monate hätte er sich in eine Sache verrannt und wäre geistig nicht klar gewesen. Aber jetzt da er bei „klarem Verstand“ sei müsste er mir sagen was für ein schrecklicher Mensch ich sei und das in der ärgsten und tiefsten Sprache und einer Wortwahl, die ich so nicht wieder geben werde. – Hier lässt sich dann anzweifeln wann die Person bei klarem Verstand war und wann nicht – ob sie jemals bei klarem Verstand war bleibt einmal so dahingestellt. Für ihn war es eine Erkenntnis – für mich hatte er sich jetzt verrannt und war einem Irrtum aufgesessen aber das ist ja alles interpretationsabhängig.

Und gefährlich ist ja auch so eine Sache für wen oder was? Die Person, die die Magie ausübt? Oder die die sie abbekommt? Und wenn man meint sie hätte es verdient – ist das ja auch wieder sehr interpretationsabhängig und die Person muss sich gar nicht darüber im Klaren sein, dass sie etwas verbrochen hat.

Und gefährlich im Sinne von was? Kommt doch darauf an was ich jetzt glaube – denn wenn ich an Wiedergeburt glaube ist Gefahr wohl anders zu verstehen als wenn ich denke das das mein einziges Leben ist – da ist der Tod dann schon eine ernste Gefahr. Und wenn ich daran glaube das ich aus Schaden klug werde dann ist das doch keine Gefahr sondern ein Gefallen dem man dem anderen dann macht?

Ich muss es wohl vor mir selbst verantworten können und damit leben können auch Fehler (Irrtümern zu unterliegen) zu machen.

Ethik und Gesetze sind ja auch sehr interpretationsbedürftig. Selbst wie am Beispiel oben mit dem klaren Verstand – ist der menschliche Verstand sehr interpretationsabhängig. Die wenigsten würden sich keinen zuschreiben, andere dagegen würden gerne den wenigsten einen zuschreiben. Wer wohl Recht hat? Ist wohl Ansichtssache – aus welcher Position heraus gerade gedacht wird.
Gefährlich ist dann auch nur Glaubenssache: also was glaubt ihr ist gefährlich und mit welcher Gefahr ist zu rechnen? Was ist das schlimmste was passieren kann? Für mich Schmerzen, Angst, Gefangenschaft in einer negativen Denkschleife oder Real, Kritik, Gewalt, Krieg, Missverständnisse aber auch den Unwillen sie aus dem Weg zu räumen, Unterdrückung,  ab einem gewissen Grad Bevormundung, etc.

Aber das ist wohl auch Situationsabhängig und abhängig von Vorerfahrungen. Wenn ich am Verhungern bin wird meine größte Gefahr der Hunger sein, wenn ich am Erfrieren bin meine größte Gefahr die Kälte sein,… Da ich aber doch sehr privilegiert lebe ist meine größte Gefahr wohl eher in meiner eigenen Psyche versteckt.

Ich habe leider selbst in einer Umgebung gelebt die mir beibrachte in Schemen zu denken wie: du bist noch nicht so weit. Ich habe dieses Schema für mich abgelegt. Ja mein Kind darf nicht alleine über eine viel befahrene Straße gehen aber eines Tages wird es das dürfen – bis dahin übe ich es mit ihm täglich. Also anstatt zu sagen „du bist noch nicht so weit“ wäre wohl ein: „komm wir machen es gemeinsam“ angebracht oder „bist du dir im Klaren das es nicht sehr angenehm werden kann, wenn du bestimmte Erkenntnisse erlangst – aber wenn du es möchtest stehe ich dir bei“. Aber vielleicht auch einfach ein Anerkennen das der Andere andere Erfahrungen machen kann. Was für mich gefährlich ist muss es nicht unbedingt für den anderen sein – so ungefähr wie mit einer Allergie die ich habe und der andere nicht.

Besagten Bekannten von oben fand ich dann aber schon auch sehr gefährlich, weil er mich angriff. Mir schaden wollte, er mich klein machen wollte, weil er mir seine Meinung aufzwingen wollte. Weil er fanatisch auf mich eingeredet hat. Er mich verletzten wollte und auch verletzt hat. Aber ja das fand ich für mich persönlich gefährlich und falls das bei jemandem geschieht, den ich persönlich kenne, dann finde ich es wohl gefährlich. Aus eigener Betroffenheit heraus. Er konnte gar nicht mehr anerkennen, dass ich es anders sehen könnte. Er gab sich alle Recht und verweigerte mir meine. Am schlimmsten war ja doch, dass er sich im Recht meinte und mit seinen Beschimpfungen und Herabwürdigungen nur eine gerechtfertigte Kritik äußern würde – die mir doch helfen soll (so zu sein wie er mich gerne hätte). Fanatismus macht blind für das Außen und das Andere. Fanatismus ist gefährlich.

Aber vielleicht sind wir das alle einmal – eine Gefahr für andere – ohne es zu merken.
Schwierig wird es aber erst wenn wir aufhören zu reflektieren und uns zu hinterfragen, wenn wir die Gefühle anderer gar nicht mehr wahrnehmen bzw. wahrnehmen wollen.

Vielleicht besteht auch die größte Gefahr darin, wenn man in der Opfer-rolle bleibt – für den anderen Entschuldigungen findet und sich das immer und immer wieder gefallen lässt. Dabei nicht lernt was diese Situation einen beibringen sollte und in seiner eigenen Entwicklung stehen bleibt – weil man wirklich glaubt, dass der andere jetzt so erleuchtet oder was auch immer ist. Er also gewinnt und man sich klein macht, sich beschimpfen lässt – weil das ist ja nur „gerechtfertigte“ Kritik (Schimpfwörter sind keine Kritik sondern Beleidigungen!!). Und wenn auch andere dem zustimmen mögen – beschimpfen muss man sich nicht lassen!! Und Gefährlich wäre das ja dann auch nur, weil man sich selbst Zeit stiehlt (Lebenszeit). Hier gilt es wohl, die Konsequenzen zu ziehen und sich von diesen Personen zu trennen.

Und wenn jemand mit Magie absichtlich einen Mord begeht dann gehört das auch gesetzlich geahndet, aber die Beweislage ist dabei ja noch viel schwieriger als bei einem normalen Mord – denn nicht alle Menschen kennen Magie an (Glauben an ihre Wirkung).

Aber ich denke auch nicht das jetzt mehr Menschen einen Mord begehen wollen, das wollen nur die wenigsten Menschen wirklich – Spaß am Töten von Menschen haben nur die wenigsten Menschen (zumindest will ich das glauben/hoffen) und die fallen dann für mich in die Kategorie „Krank“ im Sinne von „Bitte Sicherheitsverwahrung“. Da wiegt tatsächlich der Nutzen für viele mehr als der Nutzen weniger – das Leben vieler mehr als das Leben weniger. Also das Leben der Individuen die Spaß am Morden haben wiegt dann im Vergleich zu den Anderen weniger, daher sehe ich mich im Recht wenn ich ihre Rechte beschneide und sie in einer Irrenanstalt sicher verwahre. Natürlich ist mir die Problematik bewusst, dass das irgendwer ja auch beurteilen muss ob man in so eine Anstalt gehört und das damit auch ganz schön viel Schindluder getrieben werden kann.

Die Schwierigkeiten einer Gemeinschaft sind nun mal nicht unerheblich aber wir leben nun mal in einer Gemeinschaft also müssen wir gemeinsame Regeln finden zusammen zu leben.

Ich denke, dass die meisten Menschen die Menschenrechtserklärung anerkennen, insbesondere wenn sie damit aufgewachsen sind/sie damit sozialisiert wurden. Diese gewisse Einigkeit haben wir also erlangt. Ich erkenne aber auch, dass es Menschen gibt, die sich nicht an die Menschenrechtserklärung halten und sie für sich als ungültig erachten. Also wird es wohl auch Menschen geben die mit Magie betreiben was auch immer sie für richtig erachten. Und das ist sicher von vielen Umständen abhängig, dazu zählt sicher wie sie aufgewachsen sind und was ihnen beigebracht wurde/was ihnen vorgelebt wurde.

Insofern haben wir als Menschen auch Vorbilds-Funktion zu erfüllen, wenn wir wollen das andere zukünftige Generationen sich an die Vereinbarungen, die wir als Gemeinschaft getroffen haben, wie zum Beispiel Menschenrechte, auch halten. Wie man mit Magie umgeht wird also auch von Vorbildern abhängen.

Da sind also alle gefragt die sich in diesem Bereich als bereits erfahren erachten, sich als Vorbilder zu erweisen. Aber auch anzuerkennen das unterschiedliche Menschen unterschiedliche Entscheidungen treffen und unterschiedliche Vorstellungen darüber haben was ein für sie erfülltes, glückliches Leben ist, welches sie leben wollen. Manche betreiben gerne Magie die gefährlich ist oder egoistisch oder „böse“/“schwarz“ bewerten das wahrscheinlich sogar anders – weil das alles interpretationsabhängig ist.

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Büchertruhe / Tarotbücher
« am: Dezember 11, 2018, 07:06:02 »
Mir gefallen zwei Tarot-Bücher besonders gut:

1. Der Mythen-Taro, Eine Reise durch die Welt der erotischen Sagen von Voenix
Dieses Buch regt sehr die innere Bilderwelt an und schenkt hervorragende Assoziationen zu den jeweiligen Karten, was die Interpretation auch sehr bereichert. Zudem mag ich Mythen in jeglicher Form. Und die Bilder sind wirklich sehr künstlerisch aber nichts für prüde Menschen.

2. Das Medizinrad-Tarot von Edelgard Fries
Bietet viele Informationen und Interpretationsmöglichkeiten und beschreibt einen Entwicklungsweg. Ist wieder ein ganz anderer Blick auf das Tarot. Es ist sehr durchdacht und stimmig für meinen Geschmack. Ganz besonders mag ich, dass es immer auch zeigt was die jeweilige Karte lehren kann. Das hat einen ganz eigenen dynamischen Blickwinkel. Hier geht es sehr um Persönlichkeitsentwicklung.

Habt ihr vielleicht noch gute Empfehlungen für Tarot-Bücher?

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Büchertruhe / Intuitive Astrologie - Ursula Fassbender
« am: Dezember 10, 2018, 14:07:23 »
Das Buch "Intuitive Astologie - Die lebendige Sprache des Horoskops" von Ursula Fassbender mag ich sehr gerne wegen der kraftvollen Symbolik und der tollen inneren Bilder. Es ist ein sehr kreativer Zugang zum Horoskop und auch zur eigenen Intuition. Ich habe daraus einige Inspiration geschöpft. Es macht viele Zusammenhänge verständlicher und ist einfach wirklich faszinierend geschrieben. Es beinhaltet aber auch ein eigenes Weltbild, in welchem man sich das Leben ausgesucht hat - aber auch wenn man hier nicht die Meinung der Autorin teilt, ist es meiner Meinung nach dennoch lesenswert.

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Büchertruhe / Das Lied der Eibe - Duke Meyer
« am: Dezember 09, 2018, 14:48:26 »
Dieses Buch, Das Lied der Eibe - Eine Runen-Reise durch das Ältere Futhark von Duke Meyer, begeistert mich und ich empfehle es allen, die sich für Runen interessieren. Es bietet so viele interessante Gedanken zu den Runen und regt zur eigenen Beschäftigung mit diesen wunderbaren Symbolen an. Es ist hervorragend geschrieben und ein absoluter Leseschmaus. :thumbsup:

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Büchertruhe / Re: Serge Kahili King
« am: Dezember 09, 2018, 14:37:35 »
Ich denke es kommt immer darauf an was man selbst daraus macht und mit welchen Grundannahmen und Weltbild man an die Sache heran geht. Geht es mir darum ein Schamane zu werden mit allem was es impliziert. Dann ist ein Buch wahrscheinlich eine Enttäuschung. Mir selbst geht es nicht um Schubladen denken. Ich denke die in den Büchern beschriebenen Methoden sind durchaus Basiswissen in allen „magischen“/“spirituellen“ Bereichen. Man erlangt hier Werkzeuge aus denen man selbst sehr viel machen kann, wenn man es möchte. Vor allem ist es ein Konzept der Selbstbestärkung und Selbstermächtigung, welches ich absolut befürworte! Das Selbstdenken und Selbstnachspüren/Selbstnachfühlen nimmt es niemanden ab. Mir gefällt aber auch der darin enthaltene Grundsatz: Wirksamkeit ist das Maß aller Dinge. Man beurteilt und bemisst etwas anhand seiner Wirksamkeit für einen selbst. Ein schöner Ansatz, der gerade Einsteigern etwas an die Hand gibt wonach sie selbst beurteilen können was sie von etwas halten und halten wollen. Insofern viel Freude daran sich selbst ein Bild zu machen.

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Büchertruhe / Serge Kahili King
« am: Dezember 08, 2018, 09:45:12 »
Die Bücher von Serge Kahili King finde ich für Einsteiger ganz besonders geeignet. Er beschreibt verschiedene Methoden, Denkweisen, Arbeitsweisen zum Heilen, Energiearbeiten, Visualisieren. Er stimmt auf die "spirituelle" bzw. "magische" Weltsicht ein.

Insbesondere die Bücher "Der Stadt-Schamane" und "Schamanische Kräfte und Sinne" finde ich auch für nicht Schamanen zu empfehlen.

Ich selbst würde mich nicht als Schamane bezeichnen aber in diesen Bücher stehen viele interessante Informationen und Techniken, die ganz nützlich sind wenn man im spirituellen/energetischen Bereich arbeiten möchte.

Sie vermitteln Grundlagenwissen auf ganz besonders einfache Art und Weise. Im Buch der Stadt-Schamane wird zum Beispiel auch beschrieben wie ein wirksames Ritual aufgebaut wird.

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Ritualkreis / Re: Yule
« am: Dezember 08, 2018, 09:24:20 »
Für mich ist Yule eine Zeitspanne und sie beginnt im Advent. Wir rufen den Winter und den Schnee herbei (Zum Beispiel durch Lieder wie: Schneeflöckchen, Weißröckchen). Denn der Herbst und das Sterben ist ein sehr anstrengender  und zumeist auch schmerzhafter Prozess. Der Winter ist eine Zeit des Ausruhens, des Schlafens, des sich Erholens, der Regeneration. Der Winter ist die erhoffte Pause und Erleichterung. Die Zeit des Zerstörens und Sterbens endet und geborgen unter Schnee beginnt hoffentlich etwas Neues.

Der Advent läutet die Zeit des (Kekse-) Backens ein, die dann den ganzen Winter anhalten wird.

In einem Atemzug  (also Gleichzeitig) sagen wir: lebe wohl Freund, willkommen neuer Freund also lebe wohl und willkommen. So war das auch wohl mit: Der König ist tot. Lang lebe der König. Yule ist der Tod und die Geburt gleichzeitig. Die Transformation von einem Zustand in einen anderen. Der Winter mit seinem hellen weißen Kleid tritt ein. Unter der weißen Pracht wartet sicher und geborgen neues Leben.

Es ist der Punkt wo man sich entweder für den Tod oder das (Weiter-)Leben entscheidet. So oder so ist es eine Erleichterung und Erlösung, denn das Sterben ist damit beendet und die Phase der Ruhe und Erholung fängt an. Die Phase wo wir umsorgt werden, uns selbst umsorgen und inneren Frieden finden (Seelenfrieden). Wo wir mit dem was war und ist ausgesöhnt sind. Man fasst vertrauen, dass es weiter geht und genießt die Fürsorge anderer. Ab jetzt beginnt die Zeit wo wir Geborgenheit in der Familie, der Gemeinschaft, bei Freunden, im Glauben, in uns selbst, bei Göttin und Gott, im Leben suchen und finden. Es beginnt die Zeit der Gastfreundschaft – wo wir uns gegenseitig Schutz und Geborgenheit bieten. Es gilt sich zu besinnen – sich also den Sinn finden und Sinn geben. Nach der Phase der Zerstörung, der Trauer, des Schmerzes, des Sterbens und Vergehens gilt es ab jetzt wieder einen neuen Lebenssinn und Lebensmut zu finden. Sich diesen Lebenssinn und Lebensmut selbst zu geben. Es gilt sich darauf zurück zu besinnen was das Leben lebenswert macht und dafür auch dankbar zu sein. Es gilt von neuem Vertrauen zu schöpfen in die Zyklen des Lebens. Lebensmut und Vertrauen werden wiedergeboren. Nach der Entscheidung für das Leben und der Sinngebung erfreut man sich an der Ruhe, der Stille und dem Frieden, die damit einkehren.

Die Qualität der Energie ändert sich. Die Schwere der Erde geht über in die Leichtigkeit des Luftelements. Es ist eine Zeit des Denkens, der Klarheit, des Durchblicks, der gedanklichen Beweglichkeit. Während das äußere zum Stillstand kommen kann.

Bis zum 1. Neumond der auf die Wintersonnenwende folgt – befinden wir uns noch in der Phase des Übergangs, wo die eine Kraft (die Kraft der Zerstörung) immer mehr abnimmt aber noch nicht ganz an Wirkung verloren hat und die andere Kraft (die Kraft der Ruhe, des Regenerierens, der Geborgenheit, des Vertrauens) im Kommen ist aber noch sehr schwache Wirkung hat. Also wo das eine ins andere erst transformiert werden muss bzw. beides zugleich anwesend ist.

Hier gehören für mich die Runen ISA (Kälte, Eis, Stillstand, der Wesenskern), SOWILO (Bewusstwerdung) und EIWAZ (Aufstieg vom Dunkel ans Licht) dazu.

Ab der Wintersonnenwende wenden wir uns wieder bewusst dem Leben zu. Dem Erschaffen und Gestalten des Lebens. Wir werden uns unserer Wünsche für unser weiteres Leben bewusst. Wir werden uns bewusst darüber was wir ins Leben rufen und singen wollen. Wir lassen endgültig alte Glaubenssätze, Vorstellungen, Bilder, Werte los und bereiten uns auf neue Möglichkeiten, Glaubenssätze, Vorstellungen, Bilder, Werte vor. Wir weiten unser Weltbild wieder aus, das durch die Beschränkungen des Herbstes eng geworden ist. Öffnen uns dem Augenblick, dem Hier und Jetzt. Wir schaffen Raum für neue Möglichkeiten des Denkens, Fühlens, Wahrnehmens, Seins. Und pflegen und hegen diese noch unausgegorene neue Geisteskraft. Denn das neu erwachte Bewusstsein ist noch nicht gefestigt und leicht verfällt man wieder in alte Muster.

Ab der Wintersonnenwende werden wir immer ruhiger und gönnen uns auch mehr Auszeiten und Ruhephasen. Wir genießen es jetzt vermehrt in warmen, beheizten Räumen zu sein. Hoffentlich fällt auch Schnee, denn der Schnee bewahrt und beschützt auch. Er hat eine ganz eigene Qualität, die es vermag Kälte abzumildern, Dunkelheit heller erscheinen zu lassen, Geräusche zu absorbieren und zur Stille beizutragen. Er ist aber auch wunderbar zum Spielen als Schneeball, als Schneemann, als Untergrund zum Rodeln. Es macht auch Spaß Eislaufen zu gehen. Jetzt wird es stiller und stiller. Und die Ruhe und Erholung lässt uns regenerieren. Menschen rücken im Winter näher aneinander, sind aufgefordert miteinander zu teilen und sich gegenseitig umeinander zu kümmern. Geschützt und behütet fördern wir einander, unterstützen wir einander, schenken wir einander Fürsorge.

Yule ist der Anfang des Winters und des Bewusstseins. Über dem Winter reift das Bewusstsein heran unter der Obhut und Fürsorge der Gottheit. Es nimmt gedankliche Gestalt/Form an (Höhepunkt zu Imbolc) und zu Frühlingsbeginn manifestiert es sich, wird zur Gänze geboren.

Yule ist eine bewusste Entscheidung zum (Weiter-) Leben. Jetzt kann man ausruhen und sich erholen, weil man inneren Frieden gefunden hat.

Bei Yule geht es auch darum Freude zu bereiten. Die Schwere des Herbstes soll gewandelt werden in Leichtigkeit. Um bei Menschen wieder Lebensmut und Lebenswillen zu entfachen schenken wir einander Freude. Die kleinen Gaben sollen also wieder neue Lebenslust und Lebensfreude entfachen. Das Weiterleben soll mit dem kindlichen Staunen angeregt werden und mit dem Versprechen sich jetzt von den Strapazen erholen zu können. Es geht darum dem Leben einen (neuen/alten) SINN zu geben.

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Ritualkreis / Re: Imbolc
« am: November 29, 2018, 10:03:18 »
Weil hier einige anscheinend nicht gerne Imbolc zu einem Neumond feiern – möchte ich gerne meine etwas abweichende Vorstellung schildern.

Also ich feiere Imbolc immer zu einem Neumond. Warum? Es fühlt sich für mich richtig an. So rein intuitiv und assoziativ ist Imbolc für mich im Winter und steht auch für diese Zeitspanne. Mondfeste sind für mich zudem mitten im Fluss einer Engergie/Qualität – bei Imbolc wäre es die Qualität des Winters, des Ausruhens, des im Mutterbauch-geborgen-Seins, des Schlafens, der Ruhe und der Kälte also auch der Beschränkung auf das Wesentliche, Runen wären hier für mich Isa und Inguz.
   
Sonnenfeste sind für mich im Gegensatz dazu immer am Übergang von einer zu der nächsten Qualität/Energie. Die eine Qualität endet und die andere beginnt. Sie sind für mich am Überlappungspunkt zweier Qualitäten/Energien. Und haben für mich daher transformierenden Charakter. Hier kommt es meines Erachtens immer zu einer Transformation. Transformierend auch als ein Zustand wird zu etwas Anderem/Neuen.
Ganz besonders Sommersonnwende und Wintersonnwende sind Wendepunkte – bei dem einen wendet es sich zum Tod/Sterben/Abnehmen/Loslassen – beim anderen zum Geburt/Leben/Zunehmen/Erhalten. Bei der Wintersonnenwende  trifft sich der Tod mit der Qualität Wieder-Geburt. Bei der Sommersonnenwende trifft das Leben auf das Sterben. Aber auch bei den Tag und Nachtgleichen wendet sich etwas – im Frühling wird aus der Qualität des Winters die des Frühlings – im Herbst wird aus der Qualität des Sommers die des Herbstes. Sonnenfeste stehen immer zu Beginn bzw. am Ende einer Phase/Zeitspanne/eines Zeitraums. Sie zeigen einen Anfang ab da an eine bestimmte Energie/Qualität zunimmt. Bei Tag und Nachtgleichen geht es auch um den Ausgleich der verschiedenen Energien/Qualitäten.

Während Samhain für mich als Mondfest mitten in der Qualität des Herbstes ist, welche für mich im Älterwerden/Sterben/Loslassen liegt. Und das verbinde ich mit dem abnehmenden Mond. Im Herbst verschwimmen die Grenzen zwischen den Welten und dadurch kann man auch zwischen den Welten leichter wechseln.
Beltaine ist für mich der zunehmende Mond, was für mich auch mehr dem Frühling entspricht. Der auch kämpferisch sein darf, energiegeladen, zu etwas hinstreben, Wachstum, verbinde ich auch mit der Rune Berkana.
Lammas ist für mich der Vollmond, der Sommer, die reife Ernte, aus dem Vollen schöpfen, das pure Leben.

Mondfeste sind für mich mitten innerhalb einer Qualität. So als Höhepunkt, wobei sich die Qualität langsam aufbaut und dann wieder abnimmt, wie der Mond selbst. Oder auch eine Wellenbewegung, wenn ich jetzt schon frei assoziiere, mit inneren Bildern spiele.

Jahreskreisfeste haben für mich mit den unterschiedlichen Qualitäten/Energien der jeweiligen Jahreszeit zu tun – es geht dabei um einen Zeitraum und um eine Qualität/Energie, der ich mir bewusst werde/bin und mit der ich arbeiten will. Es ist ein sich einstimmen in einen gewissen Rhythmus, Lebenszyklus.

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Glaubensgebäude / Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« am: November 25, 2018, 10:12:31 »
Folgendes kam mir im Anschluss an die beiden Themen dieses Forums: „phänomen esoterikmesse und göttinnenwochenende“ sowie „Der Eso-Thread“. Die Beschäftigung mit den Themen hier ist derzeit für mich sehr anregend. Ich hoffe es ist auch für andere spannend, interessant und anregend.

Was bedeutet Esoterik für mich?

Ich bin nicht an der Wortherkunft interessiert, hier geht es nur um mein Verständnis des Begriffs und was ich darunter fassen würde. Ich nähere mich diesem Thema nicht anhand einer Sprachanalyse oder eines geschichtlich fundierten Wissens sondern mittels meiner in mir gewachsenen Vorstellungen und dem was ich damit symbolisch, bildlich verbinde. Gesprochen also aus inneren Bildern (die sich aus allem möglichen zusammensetzen, ja aus allem was ich je gelesen, je gehört, je gelernt, je erlebt habe etc.) und ich habe nicht den Anspruch einer allgemeingültigen Wahrheit. Es ist für mich wahr und für mich funktioniert es.

Esoterik und Wissenschaft: Esoterik geht über Wissenschaft hinaus und kann Wissenschaft einschließen. Wissenschaft kann niemals Esoterik einschließen (im Sinne von Umfassen) und über sie hinausgehen. Wissenschaft ist ein Erklärungsmodel der Welt, das seine Berechtigung hat aber auch seine Grenzen. Esoterik kennt keine Grenzen. Ist Grenzenlos. Beinhaltet alles. Ist umfassend und beinhaltet die verschiedensten Erklärungsmodelle des Alls – im Sinne von allem was ist und nicht ist. Esoterik ist die bewusste Auseinandersetzung mit all diesen Erklärungsmodellen nach eigener Präferenz und das sich zusammenschustern der eigenen Erklärungsmodelle mit und/oder nach denen man leben möchte. Esoterik ist unter anderem das Wissen das man sich selbst aneignet mittels eigenen Verstehens und Erspürens innerhalb der eigenen Erfahrung. Es erschließt sich durch Bewusstsein und Aufmerksamkeit, der eigenen Neugier und Wahrnehmung. Esoterik erstrebt ein allumfassendes, sinngebendes Gesamtgefüge der eigenen inneren Vorstellungen (Denkrahmen), des Sein (Existenz an sich) und des Warums von allem. Es dient auch der Befriedigung der inneren Gefühle nach Bedeutung und Sinn. Dem Gefühl des Aufgehobenseins als wertvolle Teile in einem Gesamtgefüge, das über das Verständnis des einzelnen hinausreicht und auf das Unendliche verweist (das nicht gefasst im Sinne von umfasst werden kann). Esoterik ist in dem Sinne sehr menschlich und eine Antwort auf ein menschliches Bedürfnis. Es lässt Spielraum für die unterschiedlichsten Sichtweisen und Erklärungsversuche. Esoterik hat etwas von einem kreativen, schöpferischen, erfinderischen (auch im Sinne von Finden) Geist. Ein solcher ist auch notwendig um auf uns bis jetzt noch Unbekanntes und Verborgenes zu stoßen. Die Wissenschaft hat meiner Meinung nach nicht die Berechtigung über die Kenntnisse der Esoterik zu urteilen da sie ganz anderer Natur sind bzw. sein können – nicht müssen (Esoterik schließt Wissenschaft mit ein). Sie ist nicht das richtige Messgerät um den Wert für den einzelnen Menschen zu beurteilen. Esoterik gibt Raum für die unterschiedlichsten Vorstellungen: was, warum, wie funktioniert und in welchem Zusammenhang es mit dem Unendlichen steht bzw. mit etwas, das über einen selbst hinaus weist. Esoterik kann, meinem Verständnis nach, auch die anerkannten, großen Religionen (Christentum, Judentum, Islam, Buddhismus, Hinduismus) einschließen.

Esoterik und Scharlatanerien, Konsumdenken, Schwindler, Gewerbe
Das Geschäft mit Esoterik ist leicht verständlich: nur wenige haben Zeit und Lust um sich mit Erklärungsmodellen auseinanderzusetzen und für sich selbst ein eigenes zu basteln. Selbsterkenntnis ist anstrengend. Sich selbst ein Bild zu machen, nachzudenken kostet Zeit, Mühe und Kraft. Zudem ist nicht jeder privilegiert und hat die Möglichkeit dazu. Erkenntnis ist oft auch sehr schmerzhaft. Die Auseinandersetzung mit Erklärungsmodellen kann auch angsteinflößend, überfordernd und lebensverändernd sein – wer will das schon? Also konsumieren wir. Menschen konsumieren aber auch wissenschaftliche Erklärungsmodelle (wir kaufen Bücher, Seminare, Workshops, Impfstoffe). Sie nehmen sie einfach ohne zu hinterfragen an. Die Eigenverantwortung ist eine große Angelegenheit und wiegt schwer.

Und es gibt auch Menschen die einfach ihr Leben gänzlich ohne diese Beschäftigung mit Erklärungsmodellen leben wollen. Als freiwillige, selbstbestimmte Menschen haben alle das Recht auch ganz einfach nur schöne Sachen kaufen zu wollen – wer bin ich über sie zu urteilen. Als freiwillige, selbstbestimmte Menschen hat auch jeder das Recht etwas anzubieten und zu verkaufen, aus welchen Gründen auch immer – denn selbst wenn er damit nur Geld verdienen will um sich seinen eigenen Lebensunterhalt zu verdienen oder sich bereichern will – zu einem Geschäft gehören immer zwei. Außerdem darf doch jeder arbeiten und Geld verdienen. Viele Arbeitsplätze und Arbeiten hat mensch, weil er eben auch nach seinen eigenen Bedürfnissen leben will und Rechnungen zu zahlen hat. Wer bin ich darüber zu urteilen. 

Das Bedürfnis nach Qualitätssicherung hat meiner Meinung nach auch das Bildungssystem in Österreich nicht besser gemacht. Die Grundlagen solcher „Qualität“s-„Sicherheiten“ liegen in der Bemessung messbare Werte, nicht ob der Inhalt verstanden wurde also eine echte Auseinandersetzung im eigenen Inneren und damit eine nachhaltige Aneignung (im Sinne von sich etwas zu eigenen machen) zustande kam. Wie wäre das auch messbar oder woran feststellbar? – und gleichzeitig rentabel, vergleichbar und im großen Stil anwendbar? Aus meiner Erfahrung  sage ich: eine wie auch immer geartete Ausbildung findet im eigenen inneren statt – die Ausbildung ist dann immer nur so wertvoll wie mensch sich selbst damit auseinandergesetzt hat. Das beruht aber auf meinen eigenen Wertvorstellungen und ist nicht verallgemeinerbar.

Dort wo nach Qualitätssicherung gefragt wird, müssen wir Erklärungsmodelle zugrunde legen. Diese Erklärungsmodelle können, müssen aber nicht tatsächlich Sicherheit bieten – es sind nur Erklärungsmodelle. Sie können innerhalb eines gewissen Rahmens funktionieren, müssen aber nicht. Sie bieten damit auch eine „Schein“-“Sicherheit“ (auch im Sinne eines Zeugnisses, eine Scheines wie ein Diplom, mir wurde beigebracht: das Papier sehr geduldig ist). Sie hängen von Wertvorstellungen ab.

Hier bedienen Erklärungsmodelle das menschliche Bedürfnis nach Sicherheit. Für mich also durchaus sehr esoterisch obwohl es für viele wahrscheinlich einfach ein Faktum ist, den sie nie angezweifelt haben (weil wissenschaftlich fundiert – also von gescheiten Menschen schon vorgedacht und mit Werturteilen versehen). Meiner Meinung nach: da es schon im herkömmlichen Bildungssystem von dem eigenen Erklärungsmodell abhängt ob ich mir dadurch Sicherheit erhoffe oder nicht – dann ist das wohl auch so in allen anderen Bereichen. Für mich ist dieses Sicherheitsdenken/Sicherheitsgefühl fragwürdig – also zu hinterfragen – auch im Sinne der Esoterik als Gesamtgefüge der Werte und Wertvorstellungen eines Menschen. Im Endeffekt ist sich jeder selbst überlassen und dem eigenen Nachdenken, Nachfühlen und Glauben.

Wir sollten uns dabei gegenseitig unterstützen unser eigenes Gespür und Denken so zu schärfen und zu stärken, dass wir für uns selbst wahre und richtige Entscheidungen treffen und mit den von uns getroffenen Entscheidungen auch mit Freude leben. Wir sollten uns dabei gegenseitig unterstützen, dass wir für uns selbst passende und wahre Werte/Erklärungsmodelle zu einem von uns als wahr erfahrenes Weltgefüge zusammenfügen können indem und mit dem wir ein für uns selbst definiertes, erfülltes und glückliches Leben leben.

Täuschungen und Schwindler können uns auch viel beibringen sowie jeder Fehler (der sich ja auch erst im Nachhinein zeigt). Die Möglichkeit muss immer gegeben sein, dass wir uns irren. Irren ist menschlich.

Und vielleicht ist das ja auch alles Blödsinn. Denn auch wenn unser Bildungssystem zu wünschen überlässt, so bin ich doch froh überhaupt in den Genuss gekommen zu sein von Bildung. Ich gehe noch weiter und meine es ist ein wesentlicher Bestandteilt um sich überhaupt irgendwann mit all den Themen auseinandersetzen zu können. Lesen, Schreiben, Rechnen und all das andere was einem in der Schule beigebracht wird (Sprachkenntnisse, grobe Geschichtskenntnisse, etc.) , sind wohl grundsätzliche Voraussetzungen. Zumindest erleichtern sie das selbstständige Denken und sich Weiterbeschäftigen enorm. Insofern funktioniert es.

Also brauchen wir vielleicht einen anderen Blickwinkel, der sich nur darauf konzentriert messbare Qualitätsmerkmale esoterischer Angebote herauszuarbeiten, damit eine gewisse Qualitätssicherung stattfinden kann. Damit überhaupt so etwas wie ein Standard von notwendigen Grundlagen geschaffen wird. Dieser kann ungerecht und unzureichend sein aber sicherstellen das Werte (wie zum Beispiel Freiheit/freier Wille), die eine Mehrheit der Menschen als sinnvoll erachten, bei Seminaren, Workshops, Esoterikmessen, esoterischem Angeboten eingehalten werden. Und nicht alles als Esoterik bzw. esoterisch wertvoll betitelt und verkauft werden kann. Also um einen praktischen Nutzen zu haben und nicht nur einen Theoretischen/Ideologischen.
Nur wem gestehen wir diese Beurteilung der Wertkriterien und Qualitätskriterien zu und warum? Da ich keine bessere Form kenne: ist wohl die demokratische Methode, die beste. Dafür würde es aber einer größeren Esoterik-Gemeinschaft, die sich zusammenschließt und gemeinsam Kriterien ausarbeitet, benötigen. Wonach bemisst man ob etwas Scharlatanerie ist oder einfach nur die eigene Abneigung gegen bestimmte Vorstellungen?

Dennoch bietet es keine absolute Sicherheit vor Täuschern und Betrügern. Man kann immer auf solche hereinfallen, niemand ist gefeit davor. Mein größtes Mitgefühl für Menschen, denen das passiert – und auch mir gegenüber wenn ich es selber bin. Dann heißt es: irren ist menschlich. Nachdenken, Schlüsse ziehen, Aufrappeln und verändert Weitermachen.

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Glaubensgebäude / Re: Was bedeutet Heidentum für mich?
« am: November 23, 2018, 08:40:30 »
Was bedeutet Heidentum für mich?

Diese Frage war für mich knifflig. Bin ich eine Heidin? Bin ich Pagan? Wie würde ich mich selbst verorten und warum? Eigentlich etwas Selbstverständliches aber dennoch habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht. Ich habe mich selbst nur zu den seltensten Gelegenheiten als Heidin zur erkennen gegeben. 

Ich bin gläubig aber nicht an eine der anerkannten großen Religionen. Warum nicht? Warum ist es mir wichtig nicht mit ihnen in Zusammenhang gebracht zu werden? Die Bibel ist für mich ein Geschichtenbuch, den Koran habe ich nie gelesen. Vielleicht mag ich auch einfach nicht was ich aus den verschiedensten Geschichtsbüchern (auch Zeitgeschichte) über die unterschiedlichen Umsetzungen der jeweiligen Religionen lesen kann (Religionskriege, Hexenverbrennungen, Verfolgung Andersgläubiger, die Unterdrückung von Frauen,  ...) – weil diese Umsetzung nicht mit meinem Menschenbild vereinbar ist. Auch aktuelle Auslegungen der angeblichen Vorschriften (Gebote/Verbote) wie zum Beispiel über die sexuelle Orientierung oder gar die Verbannung des menschlichen Grundbedürfnisses nach Sexualität,– sind mit meinem Menschenbild nicht vereinbar. Für mich hat es also sehr viel auch mit der Auslegung der Religionen zu tun warum ich sie eigentlich für mich selbst ablehne.

Aber auch sonst entspricht das Bild eines männlichen, allmächtigen Wesens nicht meinem Sinn für Gleichberechtigung als Frau. Ich fühle mich hier einfach zu wenig vertreten. Ich könnte schon eher etwas mit einem geschlechtslosen Begriff, wie zum Beispiel das Alleine, anfangen.
 
Mich stört auch sehr der strafende und belohnende Aspekt den man dem „Gott“ der Bibel nachsagt. Über den Koran kann ich nicht viel sagen, damit bin ich nicht konfrontiert gewesen und habe mich zu wenig auseinandergesetzt. Hier haben mich einfach bereits die Auslegungen der bisherigen Anhänger abgehalten mich näher damit auseinander zu setzen und auch die Sprachbarriere. Natürlich gibt es wie bei der Bibel eine Übersetzung aber auch die Bibel ist nur schwierig zu lesen und extrem langweilig (Aufzählung von Grausamkeiten und Erbfolgen).  Demnach Nein auch die Bibel habe ich nicht gelesen. Beziehungsweise nur zum Teil. Dafür habe ich eine Kinderbibel gelesen (das hat mir schon gereicht). Hat mich aber auch nicht dazu bewegt Christin zu werden.

Vielleicht aber auch einfach, weil ich als nicht getauftes Kind nicht zum Religionsunterricht der anderen katholischen Kinder durfte. Ich durfte zum evangelischen Unterricht aber ich wollte doch sowieso nur mit meiner Freundin zusammen bleiben, der Unterricht an sich war mir egal. Tja hat nicht geklappt und von da an war ich eigentlich nicht mehr im „christlichen“ Religionsunterricht.
Für mich sollte der Religionsunterricht in der Schule auch nicht unbedingt von einer Religion geprägt sein. Man sollte Kindern grundlegende Kenntnisse über die vielen verschiedenen Religionen sowie auch ethische, moralische, philosophische Themen näher bringen. Dazu braucht es mehr als einen „christlichen“ Religionsunterricht.

 Ich bin auch dafür Religion und Staat zu trennen. Die Feiertage sollten aber bleiben, sich eventuell sogar mehren – mehr Freizeit und Freiraum für die Familie, das eigene Leben und die eigene Lebensfreude.

Hier wären wir bei einem weiteren wichtigen Punkt warum ich die herkömmliche religiöse Vorstellung nicht teile: Spaß und Freude, der Genuss ist eine Sünde. Ich glaube nicht in dem Sinne an die Sünde oder den Teufel. Und da wären wir wieder bei dem strafenden Gott, der mich belohnt wenn ich „brav“ bin. „Bravsein“ wird leider nur fremdbestimmt und vielleicht will ich einfach nicht immer „brav“ sein also nach einer Definition leben, die nicht von mir mitbestimmt werden kann. Für das gemeinsame Zusammenleben in einer Gesellschaft gibt es Gesetze, die das Einhalten bestimmter Verhaltensweisen absichern. Diese Gesetze sind Menschen gemacht und sobald ein Mensch erwachsen ist, kann er durch politische Wahl die Gesetze auch mitbestimmen bzw. beeinflussen. Ich denke für mich hat die Politik diese Position zu Recht übernommen und das Gottesbild kann sich jetzt auch dadurch ändern. Es muss nicht länger die Menschen dazu anhalten sich auf eine bestimmte Weise zu verhalten – dazu gibt es jetzt Gesetze und den Staat (mit all seinen Mitteln). Zu der Zeit in der die Bibel entstanden ist mag die Religion dafür notwendig gewesen sein. Heute finde ich ist sie es nicht mehr.

Das heißt letztendlich finde ich die meisten Vorstellung überholt. Für unsere Zeit nicht mehr angebracht. Die Religion hat meiner Meinung nach viel mit dem Leben zu tun und mit der Zeit in dem dieses Leben stattfindet. Also für mich ist der Kontext entscheidend. Es verändert sich einfach wozu wir Religion brauchen bzw. nutzen. Es verändern sich Vorstellungen und Lebensrealitäten. Insofern finde ich es wichtig, dass sich der eigene Glaube anpassen kann, verändern kann, offen bleibt. Ich muss heute nicht mehr an bestimmten Worten festhalten. Ja, es sind Geschichten aber ich muss nicht darauf bestehen das sie wahr sind, ich sie als einziger richtig verstehe und sie für alle heute immer noch wesentliche Bedeutung haben müssen. Ich muss nicht darauf bestehen, dass es unumstößliche Gesetze für das heutige Leben sind. Ich kann daraus viel lernen auch für das heutige Leben, wenn ich mich damit auseinandersetze und mir meine eigenen Gedanken dazu erlaube. Wenn es also dazu führt mich zum Denken anzuregen.

Glauben ist für mich eine Entscheidung, die sich aus mir selbst heraus entwickelt hat und immer noch weiter entwickelt. Ich nehme mir gerne das was ich für mich selbst als wahrhaftig erfahre (ob nun mittels meines Verständnisses also mittels meines Verstandes oder mittels meiner Intuition also meiner Gefühle) und füge das in mein Glaubensverständnis ein.

Ich kann nichts mit dogmatischen Auslegungen anfangen. Ich verstehe keine Religionen, die darauf bestehen, dass alle dasselbe glauben müssen und andere „Nicht-Gläubige“ abwerten oder aufklären/bekehren wollen. Also die freie Entscheidung eines jeden Menschen untergraben.
Darum habe ich mich wohl dem „Heidentum“ zugewandt. Schließlich wurden Menschen, die nicht christlich waren von Christen oft als die „Heiden“ bezeichnet. Und irgendwie war ich nach all dem richtig froh Heidin zu sein.

Viele assoziieren dann aber gerne mit dem Begriff „Heidin“ naturreligiös, magisches Weltbild, historische Kenntnisse (das wieder aufgreifen historischer Glaubensrichtungen) – mit dem kann ich mich nicht wirklich anfreunden.
Ich werde wahrscheinlich auch der Vorstellung von Heidin als die Nächte durchfeiernde Person nicht gerecht. Mein Lebensrhythmus ist ganz anders. Ich betrinke mich auch nicht und wenn ich in meiner Umgebung von Menschen mit einem Alkoholproblem weiß, dann werden die Rituale ganz ohne Alkohol gefeiert. Bei mir werden die meisten sowieso ohne gefeiert, weil ich meistens ein Kind dabei habe.

Also naturreligiös bin ich nur insofern, dass ich mich symbolisch an Mondphasen, astronomische Kenntnisse (Laienhaft), am Jahreskreis meiner Heimat orientiere. Ich nehme mir also aus der Natur einige Symbolbilder. Ich muss aber nicht auf einem Bauernhof leben (ich wäre keine gute Bäuerin). Ich habe auch keine Lust auf einen Garten, die Gartenarbeit wäre nichts für mich. Ich wühle nicht so gerne in der Erde. Ich campe auch nicht gerne. Das Schlafen in einem Zelt kann ganz schön anstrengend sein und bietet nicht viel Komfort. Und Insekten sind etwas mit dem man mich jagen kann. Darüber gab es schon einige Lacher aber ich habe eine große Insektenphobie. Ich lebe gerne in der Stadt und bin begeistert von den heutigen Technologien wie fließend warmes Wasser, Strom, Computer.

Der Grundsatz im Einklang mit der Natur zu leben, heißt für mich auf meine Umgebung zu achten und alle Lebewesen (auch Pflanzen)  wertzuschätzen. Es heißt für mich darauf einzugehen, dass ich nicht alleine auf dieser Welt lebe und in meinem Rahmen, nach meinen Möglichkeiten zu versuchen die Welt (zählt als Gesamtes ebenfalls als Lebewesen) für alle Lebewesen lebenswert zu machen/gestalten bzw. zu erhalten.

Ich würde meine Glaubensvorstellung nicht als historisch bezeichnen oder würde mich dort auch nicht verorten. Ich bin geschichtlich nicht so interessiert wie manchmal von Menschen angenommen wird, denn es herrscht oft die Meinung vor als Heide würde doch jeder nach religiösen Vorstellungen aus der Zeit vor dem Christentum oder noch weiter leben wollen. Ich stelle dahingehend aber keine Nachforschungen an und interessiere mich dafür auch nicht wirklich. Jetzt habe ich mich wohl als Banause zu erkennen gegeben. Ich bin auch nur begrenzt empirisch wissenschaftlich interessiert. Für mich ist glauben definitiv etwas anderes als empirisch erforschbar und nachweisbar. Vieles was empirisch erforschbar und nachweisbar ist hat für mich einfach sehr starke Abhängigkeit von den Voraussetzungen und den Interessen der empirischen Forscher. Ich weiß, dass die Welt durch empirische Forschung bereichert wird aber für mich hat sie in der Religion ihre Grenzen. So auch die empirische wissenschaftliche Geschichtsforschung.
Aber irgendwie verstehe ich Heidesein auch so, dass ich davon ausgehe das mehrere Realitätsebenen von unterschiedlicher Qualität gleichwertig und gleichzeitig nebeneinander existieren können und ich die Realitätsebene je nach Notwendigkeit wechsle. So eine Art Mehrdimensionalität im Denken, Fühlen, Wahrnehmen, Vorstellen. Alles hat für mich seine Berechtigung und seinen Bereich. 

Ich interessiere mich für alle möglichen Sagen, Mythen, Märchen, Legenden, Fantasiegeschichten und die darin vorkommenden Charaktere. Aber nicht in einem empirisch wissenschaftlichen an Fakten interessierten Sinne sondern aus Spaß, Leidenschaft, der Freude am Lesen. Rein aus Lust und Laune. Außerdem eignen sich viele Bilder darin als symbolhafte Darstellungen meiner Göttin bzw. meines Gottes also ihrer verschiedenen Aspekte. Mir gefällt also der Symbolcharakter und der bereichert auch meine Glaubensvorstellungen.

Ich sammle mir auch von anderen geographischen Kontexten Vorstellungen zusammen, die ich für mich passend und stimmig finde. Warum? Weil ich glaube, das Raum und Zeit Illusionen sind. In meinem Kopf, in meiner Vorstellung kann ich an jedem Ort zu jeder Zeit sein. Ich kann also mit allem Kontakt aufnehmen. Ich lebe prinzipiell nach dem was für mich funktioniert. Ich bin da sehr praktisch veranlagt.

Also im Internet fand ich unter Neuheidentum folgenden Ausschnitt aus einer Definition: „Besonders asiatische, indianische und keltische Elemente werden aufgegriffen und – ohne Rücksicht auf den historischen oder geographischen Kontext – den eigenen Vorstellungen angepasst.“ (https://de.wikipedia.org/wiki/Heidentum#Neuheidentum)

Dieser Definition würde ich mich anschließen. Darunter kann ich mich einreihen. Den negativen Beigeschmack einmal weglassend, der mir beim ersten Mal lesen gekommen war.

Warum muss denn immer alles eine lange Tradition haben? Außerdem hat jede Tradition auch mal klein angefangen. Nicht das ich daran interessiert wäre eine Tradition zu gründen.

Dieses Unendliche da draußen und in mir wird mir nicht böse sein, wenn ich mir mein eigenes Bild von ihm mache. Auch wenn es wahrscheinlich überhaupt nur wenig mit ihm zu tun hat. Und solange ich damit nicht irgendwelche Gier, Grausamkeit, Gewalt rechtfertige.

Insofern ja ich bin eine Heidin, einfach auch um mich zu positionieren als nicht einer der großen Religionen Angehörigen. Um mich mit anderen zu vernetzen, die „ähnliche“ Glaubensvorstellungen haben. Weil für mich Heidin sein eine freie Entscheidung ist und zu meiner Selbstbestimmung dazu gehört. Die Unterbegriffe Hexe, Schamanin, Magierin treffen auf mich nur begrenzt zu (wobei ich von allem ein bisschen was in meine Vorstellungen integriert habe). Insofern tendiere ich schon mehr mir meine eigenen Namen zu geben, die eine Seelenfamilienzugehörigkeit und meine Ziele ausdrücken. Dazu zählt der Name Silfboga aber auch Bomwaijar (beides Resultate meiner Beschäftigung mit Runen).
 
Eines ist mir als Heidin noch wichtig – das der Glauben lebendig sein kann, sich verändern kann. Ich kann mich verändern und damit auch das woran ich glaube. Ein wesentliches Element des Heidentums ist für mich damit Veränderung.

Was bedeutet bzw. ist Heidentum oder Neuheidentum für mich?
  • hat dazu beigetragen das Spektrum von Religion zu erweitern,
  • es bietet Raum für eigene Interpretationen und Glaubensvorstellungen, den eigenen Zugang zum Göttlichen bzw. zum Selbst/ der eigenen Spiritualität
  • es fördert und fordert selbst zu denken, selbst zu fühlen, selbst zu entscheiden, selbst zu wählen – es ermöglicht selbst zu entscheiden was wirklich dem eigenen Wesen am besten entspricht
  • es lässt Raum für die Vielfalt menschlicher Vorstellungen von Religion und Glauben (was beides nicht dasselbe sein muss)
  • es lässt Raum für die Vielfalt menschlicher Lebenswirklichkeiten, Lebensbedürfnissen und Lebenskonzepten
  • es ist ein Sammelsurium vielfältiger Meinungen, unterschiedlichster Menschen, verschiedenster Sichtweisen, Methoden, Herangehensweisen
  • ein Oberbegriff
  • Veränderung und Anpassung

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Glaubensgebäude / Re: spiritualität definieren
« am: November 21, 2018, 10:27:23 »
Ich fand es sehr spannend diese Diskussion nachzulesen und mich dann selbst damit auseinanderzusetzen was ich unter Spiritualität verstehe. Ich habe meinen Begriff durch die Abgrenzung zu meinem Religionsbegriff herauskristallisiert. Ich denke nicht das es hierfür je eine allgemeine Definition geben wird und das habe ich auch gar nicht versucht. Vielleicht regt es ja noch jemanden an sich darüber Gedanken zu machen so wie ich durch meine Vorgänger hier angeregt wurde. Danke dafür!  :thumbsup:

Was ist Spiritualität für mich?
-etwas das erfahren wird im Inneren und einen im Inneren begeistert/ inspiriert/ berührt/ bewegt
-   eine Weltanschauung, die im eigenen Denken, Fühlen und Wahrnehmen gelebt wird
-   ein Bewusstsein das sich stets erweitert/verändert/wandelt (Bewusstwerdung/Bewusstsein)
-   ein Prozess
-   bewusste Beschäftigung mit für das eigene Leben bedeutenden Fragen zum Beispiel nach dem eigenen Sinn/nach der Bedeutung des Lebens sowie des Todes/ Fragen ob und was nach dem Tod kommt/ dem eigenen Menschsein/ dem eigenen Glauben und die ganz individuellen Antworten, die mensch darauf findet
-   ich suche aktiv und bewusst Antworten aus mir und in mir
-   hat für mich mit Selbsterkenntnis zu tun, mit dem Streben nach Selbsterkenntnis. Es handelt sich für mich um einen bewusstseinsbildenden Prozess, einen Akt der „Geist/Spirit“ hervorbringt. Also Bewusstheit/Erkenntnis hervorbringen, die für einen selbst von Bedeutung ist und im Leben gelebt wird.
-   ich beziehe eine geistige Haltung, Sichtweise, Lebenseinstellung

-   Spiritualität nimmt für mich immer Bezug auf das Ich/den individuellen Menschen/das Selbst
-   es hat einen Bezug zu mir, zu dem was ich will, woran ich glaube, wer ich bin, was ich über mich selbst glaube

-   hat meiner Meinung nach das Ziel ein für sich selbst „gutes“ Leben zu leben – das nach den eigenen Wertmaßstäben und Wertvorstellungen als „gut“ bzw. „sinnvoll“ gelten kann
-   ein Sinngefüge in das wir uns einweben/einspinnen/einbinden

-   eine schöpferische, inspirierende, kreative Kraft in uns und in allem
-   „Geist/Spirit“ kann ich als Mensch sein – bin ich als Mensch

-   Teilhabe, Verbundenheit und Wechselseitigkeit, der Glaube: an etwas das durch mich strömt und mich mit allem verbindet, das zu mir gehört und mich ausmacht und ich gleichzeitig bin „Geist/Spirit“. Hier wirke ich selbst auf mich ein oder etwas das ich auch bin/das auch „Geist“ ist (ich also sein könnte). Etwas Lebendiges das kreativ aus sich heraus schöpferisch auf uns einwirkt und uns im Inneren verändert. Glauben, sich eingebunden fühlen in etwas das nicht in seiner Gänze verstanden werden kann (wie kann man sich Unendlichkeit vorstellen, den Tod bzw. das was auch immer ist nach dem Tod, Seele).
-   der willentliche Akt sich mit „Geist“ auseinander zu setzen
-   hier arbeite ich aktiv an mir selbst – das muss ich auch, sonst wäre es für mich nicht spirituell. Hier bin ich schöpferisch tätig. Ich erschaffe mich (mein Selbst) durch aktive, geistige Arbeit.
-   ein Akt der in einem anfängt und über einen hinaus geht
-   es geht hier um das Individuum, den Einzelnen


Was ist Religion für mich?
-   Religion ist für mich was ich über Götter/Gottheit/Göttinnen/Wesenheiten glaube.
-   Der Glaube an etwas außerhalb von mir das nicht ich ist zum Beispiel an Götter/Göttinnen, Wesenheiten, eine Gottheit etc. Also an eine Macht, die nicht ich ist und ich auch nicht als Mensch sein kann. Solange ich also ein Mensch bin (Körper habe) kann ich das nicht sein. Ich kann zu dieser Macht Kontakt aufnehmen durch zum Beispiel Gebet und hoffen erhört zu werden. Ob ich aber erhört werde oder nicht  hängt nicht von meinem Tun oder Willen ab. Hier geht es um einen göttlichen Willen (den Willen einer Gottheit, eines Gottes oder Göttin und ob sie geneigt ist oder nicht). Es liegt nicht in meiner Macht. Hier wirkt von außen etwas auf mich ein,  etwas geschieht passiv mit mir. Ich kann mich aktiv daran beteiligen indem ich Opfergaben bringe aber meine aktive Kraft hat ihre Grenzen. Ich kann aktiv mit den Göttern Kontakt aufnehmen aber was die Götter dann machen oder nicht, das liegt nicht mehr in meinem Ich/in meiner Kontrolle.
-   hat für mich etwas mit dem Verehren von einer Macht (Gottheit/ Göttern) außerhalb von mir zu tun
-   der Glaube an Götter/Göttinnen/Gottheit/etc. hat nicht unbedingt einen Bezug auf das eigene Ich. Sie (die Götter) existieren außerhalb von mir als eigenständige Macht. Sie würden auch existieren wenn ich nicht an sie glaube. Sie wirken auf mich ein auch wenn ich nicht darum bitte (Spielball der Götter, Naturgewalten, Naturgesetze).
-   Das Anerkennen der eigenen Grenzen, das Eingestehen von Machtlosigkeit über bestimmte Gegebenheiten, Hingabe und Demut gegenüber dem was mich ins Dasein rief. Dankbarkeit. Der Wille (aus welchen Gründen auch immer) einer Macht (Gottheit/Göttern) zu dienen.
-   Religion nimmt Bezug auf das Du, auf eine Mehrheit. An die Götter/Gottheit/Wesenheiten könnten (müssen aber nicht) auch andere glauben. Es könnte auch andere Menschen betreffen, schließlich wirkt diese göttliche Macht/der göttliche Wille auf alle (die Gesamtheit) ein und nicht nur auf mich.
-   Ziel ist eine Verbindung herzustellen mit Göttern/Gottheit/Wesenheiten – einer göttlichen Macht –, die außerhalb und unabhängig von mir existiert und auch existieren wird. Sie zu huldigen, preisen, würdigen, ehren etc. und ins eigene Leben zu integrieren als das was uns ins Dasein rief, während diesem Dasein auf uns einwirkt und uns schließlich von diesem Dasein wieder durch den Tod befreien wird. Wir gliedern uns und unser Leben damit in einen „göttlichen“ Sinnzusammenhang ein.
-   Hier ist die göttliche Macht (Götter/Göttin/Gottheit/Wesenheit) schöpferisch tätig – sie hat mich als Mensch, das heißt die Menschheit in ihrer Gesamtheit, erschaffen.
-   es geht hier um die Gesamtheit, um das All.

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Ritualkreis / Re: Persönliche Kraftplätze
« am: November 20, 2018, 17:04:51 »
Ich finde der Zentralfriedhof, und da gerade der Park der Ruhe und Kraft, ist ein wunderbar starker Kraftort. Ich habe ihn dieses Jahr für mich entdeckt. Gerade wenn man etwas Traumatisches erlebt hat, Trauerarbeit leistet, sich mit dem Sinn des Lebens und des Todes auseinandersetzt, mit der Vergänglichkeit beschäftigt oder anderes loslassen muss ist dieser Ort ein Geschenk. Für mich schenkt er Flügel wenn alles zu schwer wird und er schenkt Lebensmut und innere Ruhe. Er erdet. Die Erde ist eben ganz mein Element.

Für mich steht er auch im engen Zusammenhang mit dem Aspekt, den viele aus ihrem Leben am liebsten streichen würden: den Tod. Und ich versuche mich dort ein wenig damit auszusöhnen. Ganz im Sinne des Lebens-Tod-Lebens-Zyklus. Was sterben muss stirbt damit neues entstehen kann.

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Büchertruhe / Die Wolfsfrau von Clarissa Pinkola Estés
« am: November 20, 2018, 16:36:29 »
Ich finde in dieser Büchertruhe fehlt „Die Wolfsfrau. Die Kraft der weiblichen Urinstinkte“ von Clarissa Pinkola Estés , wahrscheinlich weil es schon so alt ist. Aber für mich hat es nichts an seiner Aktualität, Spiritualität und Kraft verloren.
 
Ich denke gerade für einen Einstieg in die eigenen Seelentiefen ist es geeignet und sollte allen weiblichen Neuzugängen empfohlen werden. Es ist unglaublich bestärkend, ermutigend und beseelt.

Die Autorin führt anhand von Geschichten in die Tiefen der Psyche. Ihre Analyse der verschiedenen, beschriebenen Märchen und deren Charaktere ist einfach magisch.
Dieses Buch kann auch als Anleitung genutzt werden, um sich näher mit dem eigenen Inneren auseinanderzusetzen. Es führt sachte an eine innewohnende Spiritualität bzw. auch Religiosität heran.

Ich kann es einfach nur empfehlen, weil es unglaublich stärkend und ermächtigend ist. Ich habe es schon öfters gelesen und finde immer wieder inspirierende, berührende, neue Aspekte darin. Viel Spaß beim Lesen!

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Ritualkreis / Re: Trennungsritual
« am: November 12, 2014, 17:18:20 »
Also wenn du deiner Ex prinzipiell nichts böses wünschst und einfach deine romantischen Gefühle für sie loslassen willst - dann hilft dir vielleicht: dir eine gewisse Zeit alle Momente in Erinnerung zu rufen die jetzt so schmerzhaft für dich sind und in denen du die romantischen Gefühle gefühlt hast und dann jede einzelne Erinnerung bewusst los zu lassen - stell dir vielleicht vor wie sie im Abfluss deiner Dusche verschwinden oder von einem Wasserfall fortgeschwemmt werden. Ich finde das Wasserelement ist für Gefühle einfach effektiver. Zusätzlich würde ich um dich wieder auf etwas neues einlassen zu können, innerlich den Schritt wagen ihr alles zu vergeben was war - weil es jetzt einfach keine Rolle mehr spielt - dies ist jetzt eine bewusste Entscheidung. Entscheide dich also bewusst ihr zu vergeben und ihr das Beste für ihr weiteres Leben zu wünschen. Denn was immer mit ihr ist es spielt für dich keine Rolle mehr. Auch wenn du jetzt noch nicht so fühlst - stell dir einfach vor du vergibst ihr, stell dir vor wie es sich anfühlt ihr zu vergeben und es einfach nicht mehr wichtig zu nehmen und sage es dir auch laut vor - sage dir selbst auch das es eine bewusste Entscheidung ist. Und visualisiere das du jetzt wieder offen bist für neue Begegnungen und Gefühle - spüre die innere Zuversicht, dass du geliebt wirst, lieben wirst und liebe empfangen wirst - und vertraue darauf, dass es genau so sein wird. So würde ich es machen. Per Kerzenschein ist diese Gedankenübung noch ein bisschen stimmiger. Wichtig ist dabei deine ganze Konzentration darauf zu verwenden bestimmte Gefühle heraufzubeschwören - einerseits das Gefühl von Gelassenheit und auch Gleichgültigkeit deiner Ex gegenüber und andererseits das Gefühl des Vertrauens das es genauso sein wird wie du es jetzt möchtest. Tja so würde ich es wohl machen.

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Medientipps / Re: Pagan Piper Project
« am: November 09, 2010, 12:36:24 »
Hallo,
ich bin neu hier und hab mir gerade die Lieder alle angehört und wollte ein großes Kompliment aussprechen für alle Beteiligten - die Songs sind echt gut gelungen.  :thumbsup:

Ich finde toll, dass sie so unterschiedlich sind. Am Besten gefallen mir die beiden Songs "to the earth" und "into the darkness". Ich freue mich schon weitere Songs von euch anhören zu dürfen.

GlG Iril

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