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Ritualkreis / Re: Wann ist Magie gefährlich?
« Letzter Beitrag von Iril am Heute um 06:41:11 »
Meine Überlegungen dazu: Wenn man Angst vor ihr hat? Wenn man sich nicht auskennt? Wenn man sich nicht selbst kennt – die eigenen Wünsche, Ängste, Schatten, den eigenen Willen? Wenn man falsche Voraussetzungen annimmt? Wenn die eigene Interpretation der Realität zu wünschen überlest also auf einem Irrtum fußt?

Soweit ich das jetzt nachvollzogen habe stammt ja die Frage aus dem Kontext der Totschlagargumente, die man gerne zu hören bekommt wenn man in spirituellen/magischen/religiösen Kreisen verkehrt und sich jemand bemüßigt fühlt über das Können des Anderen zu urteilen (es zu verurteilen) und ihm daher ein: du bist nicht so weit bzw. noch nicht soweit an den Kopf schmeißt. Ab wann ist das kein Totschlagargument sondern wirkliche Fürsorge, weil Magie gefährlich ist bzw. manches spirituelle Tun gefährlich ist – bzw. sein kann. Und dann kam irgendwie die Frage auf: Ist es das denn? In vielerlei Hinsicht ist Erkenntnis wohl nicht gefährlich, nur nicht immer angenehm. Aber wann weiß man ob man gerade Erkenntnis erlangt oder nicht einem riesen Irrtum aufsitzt?

Ein Bekannter rief mich eines Tages aus heiterem Himmel an und meinte: Er wäre jetzt endlich aufgewacht und wieder zu sich gekommen. Die letzten Monate hätte er sich in eine Sache verrannt und wäre geistig nicht klar gewesen. Aber jetzt da er bei „klarem Verstand“ sei müsste er mir sagen was für ein schrecklicher Mensch ich sei und das in der ärgsten und tiefsten Sprache und einer Wortwahl, die ich so nicht wieder geben werde. – Hier lässt sich dann anzweifeln wann die Person bei klarem Verstand war und wann nicht – ob sie jemals bei klarem Verstand war bleibt einmal so dahingestellt. Für ihn war es eine Erkenntnis – für mich hatte er sich jetzt verrannt und war einem Irrtum aufgesessen aber das ist ja alles interpretationsabhängig.

Und gefährlich ist ja auch so eine Sache für wen oder was? Die Person, die die Magie ausübt? Oder die die sie abbekommt? Und wenn man meint sie hätte es verdient – ist das ja auch wieder sehr interpretationsabhängig und die Person muss sich gar nicht darüber im Klaren sein, dass sie etwas verbrochen hat.

Und gefährlich im Sinne von was? Kommt doch darauf an was ich jetzt glaube – denn wenn ich an Wiedergeburt glaube ist Gefahr wohl anders zu verstehen als wenn ich denke das das mein einziges Leben ist – da ist der Tod dann schon eine ernste Gefahr. Und wenn ich daran glaube das ich aus Schaden klug werde dann ist das doch keine Gefahr sondern ein Gefallen dem man dem anderen dann macht?

Ich muss es wohl vor mir selbst verantworten können und damit leben können auch Fehler (Irrtümern zu unterliegen) zu machen.

Ethik und Gesetze sind ja auch sehr interpretationsbedürftig. Selbst wie am Beispiel oben mit dem klaren Verstand – ist der menschliche Verstand sehr interpretationsabhängig. Die wenigsten würden sich keinen zuschreiben, andere dagegen würden gerne den wenigsten einen zuschreiben. Wer wohl Recht hat? Ist wohl Ansichtssache – aus welcher Position heraus gerade gedacht wird.
Gefährlich ist dann auch nur Glaubenssache: also was glaubt ihr ist gefährlich und mit welcher Gefahr ist zu rechnen? Was ist das schlimmste was passieren kann? Für mich Schmerzen, Angst, Gefangenschaft in einer negativen Denkschleife oder Real, Kritik, Gewalt, Krieg, Missverständnisse aber auch den Unwillen sie aus dem Weg zu räumen, Unterdrückung,  ab einem gewissen Grad Bevormundung, etc.

Aber das ist wohl auch Situationsabhängig und abhängig von Vorerfahrungen. Wenn ich am Verhungern bin wird meine größte Gefahr der Hunger sein, wenn ich am Erfrieren bin meine größte Gefahr die Kälte sein,… Da ich aber doch sehr privilegiert lebe ist meine größte Gefahr wohl eher in meiner eigenen Psyche versteckt.

Ich habe leider selbst in einer Umgebung gelebt die mir beibrachte in Schemen zu denken wie: du bist noch nicht so weit. Ich habe dieses Schema für mich abgelegt. Ja mein Kind darf nicht alleine über eine viel befahrene Straße gehen aber eines Tages wird es das dürfen – bis dahin übe ich es mit ihm täglich. Also anstatt zu sagen „du bist noch nicht so weit“ wäre wohl ein: „komm wir machen es gemeinsam“ angebracht oder „bist du dir im Klaren das es nicht sehr angenehm werden kann, wenn du bestimmte Erkenntnisse erlangst – aber wenn du es möchtest stehe ich dir bei“. Aber vielleicht auch einfach ein Anerkennen das der Andere andere Erfahrungen machen kann. Was für mich gefährlich ist muss es nicht unbedingt für den anderen sein – so ungefähr wie mit einer Allergie die ich habe und der andere nicht.

Besagten Bekannten von oben fand ich dann aber schon auch sehr gefährlich, weil er mich angriff. Mir schaden wollte, er mich klein machen wollte, weil er mir seine Meinung aufzwingen wollte. Weil er fanatisch auf mich eingeredet hat. Er mich verletzten wollte und auch verletzt hat. Aber ja das fand ich für mich persönlich gefährlich und falls das bei jemandem geschieht, den ich persönlich kenne, dann finde ich es wohl gefährlich. Aus eigener Betroffenheit heraus. Er konnte gar nicht mehr anerkennen, dass ich es anders sehen könnte. Er gab sich alle Recht und verweigerte mir meine. Am schlimmsten war ja doch, dass er sich im Recht meinte und mit seinen Beschimpfungen und Herabwürdigungen nur eine gerechtfertigte Kritik äußern würde – die mir doch helfen soll (so zu sein wie er mich gerne hätte). Fanatismus macht blind für das Außen und das Andere. Fanatismus ist gefährlich.

Aber vielleicht sind wir das alle einmal – eine Gefahr für andere – ohne es zu merken.
Schwierig wird es aber erst wenn wir aufhören zu reflektieren und uns zu hinterfragen, wenn wir die Gefühle anderer gar nicht mehr wahrnehmen bzw. wahrnehmen wollen.

Vielleicht besteht auch die größte Gefahr darin, wenn man in der Opfer-rolle bleibt – für den anderen Entschuldigungen findet und sich das immer und immer wieder gefallen lässt. Dabei nicht lernt was diese Situation einen beibringen sollte und in seiner eigenen Entwicklung stehen bleibt – weil man wirklich glaubt, dass der andere jetzt so erleuchtet oder was auch immer ist. Er also gewinnt und man sich klein macht, sich beschimpfen lässt – weil das ist ja nur „gerechtfertigte“ Kritik (Schimpfwörter sind keine Kritik sondern Beleidigungen!!). Und wenn auch andere dem zustimmen mögen – beschimpfen muss man sich nicht lassen!! Und Gefährlich wäre das ja dann auch nur, weil man sich selbst Zeit stiehlt (Lebenszeit). Hier gilt es wohl, die Konsequenzen zu ziehen und sich von diesen Personen zu trennen.

Und wenn jemand mit Magie absichtlich einen Mord begeht dann gehört das auch gesetzlich geahndet, aber die Beweislage ist dabei ja noch viel schwieriger als bei einem normalen Mord – denn nicht alle Menschen kennen Magie an (Glauben an ihre Wirkung).

Aber ich denke auch nicht das jetzt mehr Menschen einen Mord begehen wollen, das wollen nur die wenigsten Menschen wirklich – Spaß am Töten von Menschen haben nur die wenigsten Menschen (zumindest will ich das glauben/hoffen) und die fallen dann für mich in die Kategorie „Krank“ im Sinne von „Bitte Sicherheitsverwahrung“. Da wiegt tatsächlich der Nutzen für viele mehr als der Nutzen weniger – das Leben vieler mehr als das Leben weniger. Also das Leben der Individuen die Spaß am Morden haben wiegt dann im Vergleich zu den Anderen weniger, daher sehe ich mich im Recht wenn ich ihre Rechte beschneide und sie in einer Irrenanstalt sicher verwahre. Natürlich ist mir die Problematik bewusst, dass das irgendwer ja auch beurteilen muss ob man in so eine Anstalt gehört und das damit auch ganz schön viel Schindluder getrieben werden kann.

Die Schwierigkeiten einer Gemeinschaft sind nun mal nicht unerheblich aber wir leben nun mal in einer Gemeinschaft also müssen wir gemeinsame Regeln finden zusammen zu leben.

Ich denke, dass die meisten Menschen die Menschenrechtserklärung anerkennen, insbesondere wenn sie damit aufgewachsen sind/sie damit sozialisiert wurden. Diese gewisse Einigkeit haben wir also erlangt. Ich erkenne aber auch, dass es Menschen gibt, die sich nicht an die Menschenrechtserklärung halten und sie für sich als ungültig erachten. Also wird es wohl auch Menschen geben die mit Magie betreiben was auch immer sie für richtig erachten. Und das ist sicher von vielen Umständen abhängig, dazu zählt sicher wie sie aufgewachsen sind und was ihnen beigebracht wurde/was ihnen vorgelebt wurde.

Insofern haben wir als Menschen auch Vorbilds-Funktion zu erfüllen, wenn wir wollen das andere zukünftige Generationen sich an die Vereinbarungen, die wir als Gemeinschaft getroffen haben, wie zum Beispiel Menschenrechte, auch halten. Wie man mit Magie umgeht wird also auch von Vorbildern abhängen.

Da sind also alle gefragt die sich in diesem Bereich als bereits erfahren erachten, sich als Vorbilder zu erweisen. Aber auch anzuerkennen das unterschiedliche Menschen unterschiedliche Entscheidungen treffen und unterschiedliche Vorstellungen darüber haben was ein für sie erfülltes, glückliches Leben ist, welches sie leben wollen. Manche betreiben gerne Magie die gefährlich ist oder egoistisch oder „böse“/“schwarz“ bewerten das wahrscheinlich sogar anders – weil das alles interpretationsabhängig ist.
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Büchertruhe / Tarotbücher
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 11, 2018, 07:06:02 »
Mir gefallen zwei Tarot-Bücher besonders gut:

1. Der Mythen-Taro, Eine Reise durch die Welt der erotischen Sagen von Voenix
Dieses Buch regt sehr die innere Bilderwelt an und schenkt hervorragende Assoziationen zu den jeweiligen Karten, was die Interpretation auch sehr bereichert. Zudem mag ich Mythen in jeglicher Form. Und die Bilder sind wirklich sehr künstlerisch aber nichts für prüde Menschen.

2. Das Medizinrad-Tarot von Edelgard Fries
Bietet viele Informationen und Interpretationsmöglichkeiten und beschreibt einen Entwicklungsweg. Ist wieder ein ganz anderer Blick auf das Tarot. Es ist sehr durchdacht und stimmig für meinen Geschmack. Ganz besonders mag ich, dass es immer auch zeigt was die jeweilige Karte lehren kann. Das hat einen ganz eigenen dynamischen Blickwinkel. Hier geht es sehr um Persönlichkeitsentwicklung.

Habt ihr vielleicht noch gute Empfehlungen für Tarot-Bücher?
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Büchertruhe / Intuitive Astrologie - Ursula Fassbender
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 10, 2018, 14:07:23 »
Das Buch "Intuitive Astologie - Die lebendige Sprache des Horoskops" von Ursula Fassbender mag ich sehr gerne wegen der kraftvollen Symbolik und der tollen inneren Bilder. Es ist ein sehr kreativer Zugang zum Horoskop und auch zur eigenen Intuition. Ich habe daraus einige Inspiration geschöpft. Es macht viele Zusammenhänge verständlicher und ist einfach wirklich faszinierend geschrieben. Es beinhaltet aber auch ein eigenes Weltbild, in welchem man sich das Leben ausgesucht hat - aber auch wenn man hier nicht die Meinung der Autorin teilt, ist es meiner Meinung nach dennoch lesenswert.
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Büchertruhe / Das Lied der Eibe - Duke Meyer
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 09, 2018, 14:48:26 »
Dieses Buch, Das Lied der Eibe - Eine Runen-Reise durch das Ältere Futhark von Duke Meyer, begeistert mich und ich empfehle es allen, die sich für Runen interessieren. Es bietet so viele interessante Gedanken zu den Runen und regt zur eigenen Beschäftigung mit diesen wunderbaren Symbolen an. Es ist hervorragend geschrieben und ein absoluter Leseschmaus. :thumbsup:
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Büchertruhe / Re: Serge Kahili King
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 09, 2018, 14:37:35 »
Ich denke es kommt immer darauf an was man selbst daraus macht und mit welchen Grundannahmen und Weltbild man an die Sache heran geht. Geht es mir darum ein Schamane zu werden mit allem was es impliziert. Dann ist ein Buch wahrscheinlich eine Enttäuschung. Mir selbst geht es nicht um Schubladen denken. Ich denke die in den Büchern beschriebenen Methoden sind durchaus Basiswissen in allen „magischen“/“spirituellen“ Bereichen. Man erlangt hier Werkzeuge aus denen man selbst sehr viel machen kann, wenn man es möchte. Vor allem ist es ein Konzept der Selbstbestärkung und Selbstermächtigung, welches ich absolut befürworte! Das Selbstdenken und Selbstnachspüren/Selbstnachfühlen nimmt es niemanden ab. Mir gefällt aber auch der darin enthaltene Grundsatz: Wirksamkeit ist das Maß aller Dinge. Man beurteilt und bemisst etwas anhand seiner Wirksamkeit für einen selbst. Ein schöner Ansatz, der gerade Einsteigern etwas an die Hand gibt wonach sie selbst beurteilen können was sie von etwas halten und halten wollen. Insofern viel Freude daran sich selbst ein Bild zu machen.
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Büchertruhe / Re: Serge Kahili King
« Letzter Beitrag von Athunis am Dezember 08, 2018, 17:46:35 »
Zum Lesen sinds lustig, ich finde leider das der Neo Schamanismus zwar alles vereinfacht hat aber gleichzeitig so verallgemeinernd, das schlicht der sprit oft fehlt. Das ist ungefähr so wie es den Streit zwischen Wicca und traditioneller Hexerei gibt.
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Büchertruhe / Serge Kahili King
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 08, 2018, 09:45:12 »
Die Bücher von Serge Kahili King finde ich für Einsteiger ganz besonders geeignet. Er beschreibt verschiedene Methoden, Denkweisen, Arbeitsweisen zum Heilen, Energiearbeiten, Visualisieren. Er stimmt auf die "spirituelle" bzw. "magische" Weltsicht ein.

Insbesondere die Bücher "Der Stadt-Schamane" und "Schamanische Kräfte und Sinne" finde ich auch für nicht Schamanen zu empfehlen.

Ich selbst würde mich nicht als Schamane bezeichnen aber in diesen Bücher stehen viele interessante Informationen und Techniken, die ganz nützlich sind wenn man im spirituellen/energetischen Bereich arbeiten möchte.

Sie vermitteln Grundlagenwissen auf ganz besonders einfache Art und Weise. Im Buch der Stadt-Schamane wird zum Beispiel auch beschrieben wie ein wirksames Ritual aufgebaut wird.
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Ritualkreis / Re: Yule
« Letzter Beitrag von Iril am Dezember 08, 2018, 09:24:20 »
Für mich ist Yule eine Zeitspanne und sie beginnt im Advent. Wir rufen den Winter und den Schnee herbei (Zum Beispiel durch Lieder wie: Schneeflöckchen, Weißröckchen). Denn der Herbst und das Sterben ist ein sehr anstrengender  und zumeist auch schmerzhafter Prozess. Der Winter ist eine Zeit des Ausruhens, des Schlafens, des sich Erholens, der Regeneration. Der Winter ist die erhoffte Pause und Erleichterung. Die Zeit des Zerstörens und Sterbens endet und geborgen unter Schnee beginnt hoffentlich etwas Neues.

Der Advent läutet die Zeit des (Kekse-) Backens ein, die dann den ganzen Winter anhalten wird.

In einem Atemzug  (also Gleichzeitig) sagen wir: lebe wohl Freund, willkommen neuer Freund also lebe wohl und willkommen. So war das auch wohl mit: Der König ist tot. Lang lebe der König. Yule ist der Tod und die Geburt gleichzeitig. Die Transformation von einem Zustand in einen anderen. Der Winter mit seinem hellen weißen Kleid tritt ein. Unter der weißen Pracht wartet sicher und geborgen neues Leben.

Es ist der Punkt wo man sich entweder für den Tod oder das (Weiter-)Leben entscheidet. So oder so ist es eine Erleichterung und Erlösung, denn das Sterben ist damit beendet und die Phase der Ruhe und Erholung fängt an. Die Phase wo wir umsorgt werden, uns selbst umsorgen und inneren Frieden finden (Seelenfrieden). Wo wir mit dem was war und ist ausgesöhnt sind. Man fasst vertrauen, dass es weiter geht und genießt die Fürsorge anderer. Ab jetzt beginnt die Zeit wo wir Geborgenheit in der Familie, der Gemeinschaft, bei Freunden, im Glauben, in uns selbst, bei Göttin und Gott, im Leben suchen und finden. Es beginnt die Zeit der Gastfreundschaft – wo wir uns gegenseitig Schutz und Geborgenheit bieten. Es gilt sich zu besinnen – sich also den Sinn finden und Sinn geben. Nach der Phase der Zerstörung, der Trauer, des Schmerzes, des Sterbens und Vergehens gilt es ab jetzt wieder einen neuen Lebenssinn und Lebensmut zu finden. Sich diesen Lebenssinn und Lebensmut selbst zu geben. Es gilt sich darauf zurück zu besinnen was das Leben lebenswert macht und dafür auch dankbar zu sein. Es gilt von neuem Vertrauen zu schöpfen in die Zyklen des Lebens. Lebensmut und Vertrauen werden wiedergeboren. Nach der Entscheidung für das Leben und der Sinngebung erfreut man sich an der Ruhe, der Stille und dem Frieden, die damit einkehren.

Die Qualität der Energie ändert sich. Die Schwere der Erde geht über in die Leichtigkeit des Luftelements. Es ist eine Zeit des Denkens, der Klarheit, des Durchblicks, der gedanklichen Beweglichkeit. Während das äußere zum Stillstand kommen kann.

Bis zum 1. Neumond der auf die Wintersonnenwende folgt – befinden wir uns noch in der Phase des Übergangs, wo die eine Kraft (die Kraft der Zerstörung) immer mehr abnimmt aber noch nicht ganz an Wirkung verloren hat und die andere Kraft (die Kraft der Ruhe, des Regenerierens, der Geborgenheit, des Vertrauens) im Kommen ist aber noch sehr schwache Wirkung hat. Also wo das eine ins andere erst transformiert werden muss bzw. beides zugleich anwesend ist.

Hier gehören für mich die Runen ISA (Kälte, Eis, Stillstand, der Wesenskern), SOWILO (Bewusstwerdung) und EIWAZ (Aufstieg vom Dunkel ans Licht) dazu.

Ab der Wintersonnenwende wenden wir uns wieder bewusst dem Leben zu. Dem Erschaffen und Gestalten des Lebens. Wir werden uns unserer Wünsche für unser weiteres Leben bewusst. Wir werden uns bewusst darüber was wir ins Leben rufen und singen wollen. Wir lassen endgültig alte Glaubenssätze, Vorstellungen, Bilder, Werte los und bereiten uns auf neue Möglichkeiten, Glaubenssätze, Vorstellungen, Bilder, Werte vor. Wir weiten unser Weltbild wieder aus, das durch die Beschränkungen des Herbstes eng geworden ist. Öffnen uns dem Augenblick, dem Hier und Jetzt. Wir schaffen Raum für neue Möglichkeiten des Denkens, Fühlens, Wahrnehmens, Seins. Und pflegen und hegen diese noch unausgegorene neue Geisteskraft. Denn das neu erwachte Bewusstsein ist noch nicht gefestigt und leicht verfällt man wieder in alte Muster.

Ab der Wintersonnenwende werden wir immer ruhiger und gönnen uns auch mehr Auszeiten und Ruhephasen. Wir genießen es jetzt vermehrt in warmen, beheizten Räumen zu sein. Hoffentlich fällt auch Schnee, denn der Schnee bewahrt und beschützt auch. Er hat eine ganz eigene Qualität, die es vermag Kälte abzumildern, Dunkelheit heller erscheinen zu lassen, Geräusche zu absorbieren und zur Stille beizutragen. Er ist aber auch wunderbar zum Spielen als Schneeball, als Schneemann, als Untergrund zum Rodeln. Es macht auch Spaß Eislaufen zu gehen. Jetzt wird es stiller und stiller. Und die Ruhe und Erholung lässt uns regenerieren. Menschen rücken im Winter näher aneinander, sind aufgefordert miteinander zu teilen und sich gegenseitig umeinander zu kümmern. Geschützt und behütet fördern wir einander, unterstützen wir einander, schenken wir einander Fürsorge.

Yule ist der Anfang des Winters und des Bewusstseins. Über dem Winter reift das Bewusstsein heran unter der Obhut und Fürsorge der Gottheit. Es nimmt gedankliche Gestalt/Form an (Höhepunkt zu Imbolc) und zu Frühlingsbeginn manifestiert es sich, wird zur Gänze geboren.

Yule ist eine bewusste Entscheidung zum (Weiter-) Leben. Jetzt kann man ausruhen und sich erholen, weil man inneren Frieden gefunden hat.

Bei Yule geht es auch darum Freude zu bereiten. Die Schwere des Herbstes soll gewandelt werden in Leichtigkeit. Um bei Menschen wieder Lebensmut und Lebenswillen zu entfachen schenken wir einander Freude. Die kleinen Gaben sollen also wieder neue Lebenslust und Lebensfreude entfachen. Das Weiterleben soll mit dem kindlichen Staunen angeregt werden und mit dem Versprechen sich jetzt von den Strapazen erholen zu können. Es geht darum dem Leben einen (neuen/alten) SINN zu geben.
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Witches on Air (Heidenradio) / Re: WoA 29.11.2018 21:00 Althochdeutsch in Runenschrift
« Letzter Beitrag von Baldur am November 30, 2018, 15:04:58 »
Für alle, die die Sendung versäumt haben,
hier der Link zu Archiv:

https://cba.fro.at/389564

asaheil ok vana
Baldur
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Ritualkreis / Re: Imbolc
« Letzter Beitrag von Iril am November 29, 2018, 10:03:18 »
Weil hier einige anscheinend nicht gerne Imbolc zu einem Neumond feiern – möchte ich gerne meine etwas abweichende Vorstellung schildern.

Also ich feiere Imbolc immer zu einem Neumond. Warum? Es fühlt sich für mich richtig an. So rein intuitiv und assoziativ ist Imbolc für mich im Winter und steht auch für diese Zeitspanne. Mondfeste sind für mich zudem mitten im Fluss einer Engergie/Qualität – bei Imbolc wäre es die Qualität des Winters, des Ausruhens, des im Mutterbauch-geborgen-Seins, des Schlafens, der Ruhe und der Kälte also auch der Beschränkung auf das Wesentliche, Runen wären hier für mich Isa und Inguz.
   
Sonnenfeste sind für mich im Gegensatz dazu immer am Übergang von einer zu der nächsten Qualität/Energie. Die eine Qualität endet und die andere beginnt. Sie sind für mich am Überlappungspunkt zweier Qualitäten/Energien. Und haben für mich daher transformierenden Charakter. Hier kommt es meines Erachtens immer zu einer Transformation. Transformierend auch als ein Zustand wird zu etwas Anderem/Neuen.
Ganz besonders Sommersonnwende und Wintersonnwende sind Wendepunkte – bei dem einen wendet es sich zum Tod/Sterben/Abnehmen/Loslassen – beim anderen zum Geburt/Leben/Zunehmen/Erhalten. Bei der Wintersonnenwende  trifft sich der Tod mit der Qualität Wieder-Geburt. Bei der Sommersonnenwende trifft das Leben auf das Sterben. Aber auch bei den Tag und Nachtgleichen wendet sich etwas – im Frühling wird aus der Qualität des Winters die des Frühlings – im Herbst wird aus der Qualität des Sommers die des Herbstes. Sonnenfeste stehen immer zu Beginn bzw. am Ende einer Phase/Zeitspanne/eines Zeitraums. Sie zeigen einen Anfang ab da an eine bestimmte Energie/Qualität zunimmt. Bei Tag und Nachtgleichen geht es auch um den Ausgleich der verschiedenen Energien/Qualitäten.

Während Samhain für mich als Mondfest mitten in der Qualität des Herbstes ist, welche für mich im Älterwerden/Sterben/Loslassen liegt. Und das verbinde ich mit dem abnehmenden Mond. Im Herbst verschwimmen die Grenzen zwischen den Welten und dadurch kann man auch zwischen den Welten leichter wechseln.
Beltaine ist für mich der zunehmende Mond, was für mich auch mehr dem Frühling entspricht. Der auch kämpferisch sein darf, energiegeladen, zu etwas hinstreben, Wachstum, verbinde ich auch mit der Rune Berkana.
Lammas ist für mich der Vollmond, der Sommer, die reife Ernte, aus dem Vollen schöpfen, das pure Leben.

Mondfeste sind für mich mitten innerhalb einer Qualität. So als Höhepunkt, wobei sich die Qualität langsam aufbaut und dann wieder abnimmt, wie der Mond selbst. Oder auch eine Wellenbewegung, wenn ich jetzt schon frei assoziiere, mit inneren Bildern spiele.

Jahreskreisfeste haben für mich mit den unterschiedlichen Qualitäten/Energien der jeweiligen Jahreszeit zu tun – es geht dabei um einen Zeitraum und um eine Qualität/Energie, der ich mir bewusst werde/bin und mit der ich arbeiten will. Es ist ein sich einstimmen in einen gewissen Rhythmus, Lebenszyklus.
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