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Autor Thema: Imbolc  (Gelesen 7404 mal)

NiceCat

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Imbolc
« am: Februar 03, 2011, 12:56:50 »
Merry Meet,

Hat jemand von euch Imbolc, auch unter Lichtmess bekannt, gefeiert?

gruss Nicecat
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Mc Claudia

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Re: Imbolc
« Antwort #1 am: Februar 03, 2011, 13:31:23 »
Hi Nice Cat,

ja, gestern beim Pagan Federation Open Ritual.

Und nein, das christliche Lichtmess hat mit Imbolc eigentlich nix zu tun.

Ich zitiere mich mal der Einfachheit selbst aus meinem Buch (achtung, Schleichwerbung!  :D  ):

"Mariae Lichtmess (engl.: Candlemas) findet am 2. Februar, also 40 Tage nach Weihnachten,
statt. Mythologisch geht es darum, dass Maria nach jüdischem Brauch 40 Tage lang nach der
Geburt Jesu unrein war. Am 40. Tag ging sie mit dem Baby dann in den Tempel, um die
vorgeschriebenen Reinigungsopfer darzubringen. Außerdem übergab sie dort das Jesusbaby
symbolisch Gott, da nach jüdischer Lehre der erstgeborene Sohn Eigentum Gottes war. Der
alte Prophet Simeon erkannte dann in Jesus den Messias, das Licht der Welt – deshalb auch
die Kerzensymbolik zu Lichtmess."

Imbolc ist trad. nur in Irland, Schottland und der Isle of Man vorhanden, also irischen Ursprungs. Imbolc wird am 1. Feb. bzw. am Abend davor (31.1.) gefeiert und heißt heute "Fest der Brighid".

Näheres hier, S. 43 ff. und S. 78:

http://www.cretimaceltica.at/seiten/sei ... TREE_0_92|

Liebe Grüße

Mc Claudia
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morgane

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Re: Imbolc
« Antwort #2 am: Februar 03, 2011, 17:33:43 »
....Aber *lichtmess* und *imbolc* haben natürlich sinngemäß schon miteinander zu tun. Licht - mess stellt die mess - und erfahrbare zunahme der tageshelligkeit dar und damit die auferstehung der natur aus der winterlichen starre, noch verborgen im leib der erde. Damit verbunden ist die alte *weiße göttin* Brighid: http://www.hexenwelt.de/hexen/brighid.htm

lg morgane
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Die natur der natur ist allemal übernatürlich (Seth)

Mc Claudia

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Re: Imbolc
« Antwort #3 am: Februar 04, 2011, 14:56:19 »
Hi Morgane,

historisch gesehen erst, als die christlichen Iren beschlossen, das Fest der Brighid und Mariae Lichtmess in einen Mythos zu packen. So soll die heilige Brighid Maria mit einer Kerzenkrone geholfen haben, dass Simeon auf Jesus aufmerksam wurde. Brighid tritt also als Amme Jesu und Begleiterin der Maria auf. Der 1. Feb. (bzw. 31.1.-Abend) hat in Irland jedenfalls viel umfangreichere Riten herausgebildet als Candlemas. In Österreich hat die hl. Brigitte von Kildare kaum Bedeutung. Da wird nur Lichtmess gefeiert.

Vom Sinn her: Die alten Schriften berichten über das heidnische Imbolc kaum was. Es war das Fest zu Frühlingsbeginn. Imbolc kann man mit "im Bauch" oder "große Reinigung" übersetzen. Oimelc, ein anderer Name, bedeutet "Schafsmilch". Eines der vier alten kulinarischen Gedichte der vier großen Irland-Feste besagt, man solle sich zu Imbolc gründlich waschen. Imbolc dürfte in heidnischer Zeit also ein Reinigungsritus mit Fruchtbarkeitscharakter (Lämmer, Milch) gewesen sein. Ob die Göttin Brighid damals auch schon eine Rolle spielte, ist ebenfalls fraglich, weil es keine Quelle gibt, die das bestätigt. Ich nehme es aber an, da die Heilige mit dermaßen großen Pomp gefeiert wird und so viele heidnisch anmutende Attribute und Mythen hat, dass es mir mehr als möglich scheint, dass Imbolc in heidnischer Zeit schon Ihr zu Ehren abgehalten wurde.

Brigit hat auch Sonnenaspekte. Das dynamische Kreuz mag vielleicht ein Hinweis sein (wen es denn nicht christlich ist). Ihr Name ist in der gallischen (britischen) Göttin Brigantia "die Hohe, die Machtvolle" etymologisch vorhanden. Brigantia wiederum wird in der interpretatio Romana mit Minerva verglichen. Diese taucht immer bei sonnen/lichthaften Heilgöttinnen auf: Belisama, Sulis.

Wie auch immer. Imbolc/Brighid-Fest ist eine gälische Angelegenheit, die im Rest Europas nur sporadisch Kulte um die heilige Brigitte hat. Lichtmess hingegen ist ein pankatholisches Fest mit christlichem Mythos dahinter. Dass das am 2. Februar stattfindet, einen Tag nach Brighid, scheint mir eher Zufall zu sein, den die Iren für eine Verbindung der Feste genutzt haben. So wird am 1. Februar die Amme Jesu geehrt, am 2. Februar Maria mit dem lichtbringenden Jesuskind.

Dass Lichtmess und Imbolc vom Symbolismus gut zusammenpassen und praktischerweise hintereinander stattfinden, ist natürlich sehr nett. Historisch dürften aber beide Feste einen je eigenen Ursprung haben.

Liebe Grüße

Mc Claudia
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morgane

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Re: Imbolc
« Antwort #4 am: Februar 04, 2011, 16:24:25 »
Ja, ich bekenne mich zum eklektizismus oder synkretismus  ;) Und auch die verschiedenen traditionen haben immer auch ältere elemente einbezogen, umgedeutet und für sich verwendet. Warum auch nicht? Die einzelnen traditionsstränge streng säuberlich voneinander getrennt zu halten ist höchsten von religionswissenschaftlichem interesse, für die praxis ist das m.e. bedeutungslos. Es gilt, die essenz heraus zu klamüsern, und die ist im falle imbolc zunahme des lichts, beginnende wiederkehr von leben und wachstum.
Dazu passt in meinen augen die idee der reinigung, die im römischen kalender gut zum ausdruck kommt, wo der februarius ursprünglich der letzte monat war.

lg morgane
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NiceCat

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Re: Imbolc
« Antwort #5 am: Februar 04, 2011, 20:48:54 »
danke für die infos muss dein buch noch lesen ^^
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barbara

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Re: Imbolc
« Antwort #6 am: Februar 04, 2011, 21:40:53 »
so religionshistorisch geht meine Ahnung gegen Null, allerdigs habe ich festgestellt, dass mich seit etwa einer Woche die Putzwut gepackt hat. Und nicht nur mich, meine Mitarbeiter im Büro werden auch immer pingeliger in der Hinsicht... :goofy:  

grüsse, barbara
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Giles

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Re: Imbolc
« Antwort #7 am: Februar 05, 2011, 08:52:02 »
rückkehr zur frage:
ja, unser kreis feiert Imbolc, aber nicht am tag selbst, sondern heute - unter anderem, um mit dem zunehmenden mond zu gehen. Lichtmess einen tag vor neumond ist irgendwie nicht soo ideal.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
homo homini lupus

morgane

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Re: Imbolc
« Antwort #8 am: Februar 05, 2011, 09:55:41 »
Wir haben's auch gefeiert. Offenes ritual, WAVI + Grazer stammtisch. War richtig schön..... :thumbsup:

lg morgane
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Die natur der natur ist allemal übernatürlich (Seth)

Crysalgira

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Re: Imbolc
« Antwort #9 am: Februar 06, 2011, 13:13:53 »
Zitat von: "Giles"
Lichtmess einen tag vor neumond ist irgendwie nicht soo ideal.

Aber was, da muss man durch  :D

soll heißen, wir haben am 31. gefeiert, ausnahmsweise mal einen Tag früher, weil wir auf Terminschwierigkeiten von einigen Kreismitgliedern Rücksicht nehmen mussten

Scherz beiseite - Lichtmess kurz vor einem Neuen Mond hat eine ganz, ganz eigene Energiequalität, die einen dann über ein paar Tage begleitet - irgendwie war es dieses Mal auch total passend, dass das Open Rit am 2. stattgefunden hat ...

und die 14 Tage bis zu Valentin sind - parallel zu den 14 Tagen zwischen Lammas und "Mariä Himmelfahrt" bzw. dem Kornmuttertag - eine "Fortnight", diese bezeichnet den Umbruch zwischen dunkler und heller Jahreshälfte, eine Zwischenzeit sozusagen
es ist schon spannend  :) , wie genau die alten christlichen Kalender mit ihren Heiligen-Tagen den heidnischen gefolgt sind ... in diesem Fall erfolgte die Übermittlung vielleicht über den römischen Kalender (das Lustrum = Reinigungsperiode des Februarius)

Crysalgira
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
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Mc Claudia

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Re: Imbolc
« Antwort #10 am: Februar 07, 2011, 09:48:43 »
Hi,

naja - einiges passt sicher zusammen von den christl. Heiligen mit römischen Festen (die antiken keltischen sind ja kaum bekannt, die antiken germanischen auch nicht).

Bei einigen kanns auch einfach dieselbe Idee gewesen sein, Assoziation, etc.

Man müsste jedes einzelne antike christliche Heiligenfest untersuchen und schauen, ob es im römischen Kalender Parallelen gibt. (bei den orthodoxen Kirchen mit dem altgriechischen Kalender).

Einfach so würd ich jedenfalls nicht behaupten, dass da alles 1:1 übernommen wurde. Dafür gibts eindeutig zuwenig Beweise. Assoziationen alleine reichen nicht (als Beweis).

Vom Mond her wäre es mir egal, wann die kelt. Hochfeste sind, weil die lt. irischen Kalender immer fix waren. Ich könnte aber auch alles auf den Coligny-Kalender umlegen. Dann kann ich mir die Mondphase aussuchen. Bei Imbolc würde ich mir das Neulicht aussuchen - oder den zunehmenden Halbmond.

Kommt halt drauf an, welche Tradition man hat. Wenn man sich auf nix bestimmtes beruft, kann man ja einen bunten Synkretismus pflegen. Mir persönlich isses schon wichtig zu wissen, was ich da warum feier, und welche kulturellen Einflüsse da sind.

Kommt auch drauf an, ob man jetzt eine historische oder eine religiös/magisch-assoziative Aussage macht!  ;)

Übrigens: unser Imbolc-Ritual bei der PF hat mir supergut gefallen. Danke an alle, die da waren und zum Gelingen beigetragen haben!  :kuss:  :umarmen:

liebe Grüße

Mc Claudia
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morgane

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Re: Imbolc
« Antwort #11 am: Februar 07, 2011, 12:07:23 »
Zitat von: "Mc Claudia"
Kommt auch drauf an, ob man jetzt eine historische oder eine religiös/magisch-assoziative Aussage macht!  ;)
Da geh ich vollkommen mit dir konform.

lg morgane
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Crysalgira

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Re: Imbolc
« Antwort #12 am: Februar 07, 2011, 13:10:08 »
Zitat von: "Mc Claudia"
Einfach so würd ich jedenfalls nicht behaupten, dass da alles 1:1 übernommen wurde. Dafür gibts eindeutig zuwenig Beweise. Assoziationen alleine reichen nicht (als Beweis).

Hallo Claudia,

fern sei dies von mir!!!!
Solche Behauptungen wirst du von mir nicht hören ... es sind einfach ein paar Fixpunkte im Jahr, wo zumindest die Parallelen offensichtlich sind.

Ob das jetzt daher kommt, dass alle Menschen aller Kulturen auch nur mit Wasser kochen, sprich auf den gleichen Gedanken gekommen sind wie schon ihre Vorfahren und auch Menschen in anderen Zeiten und Kulturen, oder ob es sich um eine direkte Übernahme handelt, müsste man sich von Fall zu Fall anschauen.

Jesu Geburt am 24.12. festzumachen, z.B., in jener Nacht, in der der Überlieferung nach Mithras ebenfalls geboren wurde, und beide Lichtgestalten zur Zeit der Wintersonnenwende, ist nach Meinung vieler ein direkter "Übernahmeversuch"  :D

die Johannisfeuer zur Zeit der Sommersonnenwende deuten ebenfalls auf einen Versuch hin, pagane Riten zu christianisieren, also im Volk verankerte Riten, die man ihnen nicht abgewöhnen konnte, unter einem anderen Mäntelchen staffinden zu lassen - oder eben darauf, dass die Abläufe des Jahres unbeeinflusst von jeder Religion stattfinden und die jeweilige Religion an die Jahreszyklen angepasst wurde ...

und der römische Kalender war und ist in Gebrauch ... und Menschen mögen nun mal ihre althergebrachten Feiertage, auch wenn der Sinn wieder und wieder umgedeutet wird, je nach "Zeitgeist"  :)

Crysalgira
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Mc Claudia

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Re: Imbolc
« Antwort #13 am: Februar 07, 2011, 13:36:03 »
Jo eh.

Wie auch immer. Der keltische Frühling schlägt grad zu!  :D  Draußen is' warm, die Sonne scheint, und ich krieg auch die Putzwut.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Sambuca

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Re: Imbolc
« Antwort #14 am: Februar 08, 2011, 07:26:28 »
Hallo,
Imbolc habe ich heuer im kleinen Kreis gefeiert. 2 Tage nach Neumond, ganz zeitig in der Früh, noch in der Dunkelheit bis zum Sonnenaufgang. War sehr stimmungsvoll, denn als wir zum Ort hinkamen war der Weg mühsam, da total vereist und als wir zurückgingen war der erste, von der Temperatur her, richtige Frühlingstag und alles beim Auftauen, das Morgenlicht nicht zu vergessen, das eine Hochstimmung erzeugte.
Mit den Lichtern wollte es allerdings nicht so klappen, denn der Frühlingssturm ging und wir kamen mit den Kerzenanzünden nicht nach und deshalb wurde einiges visuell umgestalltet.
Ganz besonders schön empfand ich die Wolkenformationen nach dem Fest - alls hätte sich unser Ritual im Himmel manifestiert, bildeten die Wolken regelmäßige Kreise, deren Aussehen stark an UFOs erinnerten.

LG
Sambuca
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Mit freundlichen Grüßen
Sambuca