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Autor Thema: Die momentane Zeit...  (Gelesen 16432 mal)

Nachtfalke

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Die momentane Zeit...
« am: April 11, 2012, 20:06:40 »
Wie empfindet ihr diese? Wie nehmt ihr sie wahr? Wie geht ihr damit um?
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Gruß,
Nachtfalke

"Wenn du etwas riskierst, dann lebst du vielleicht nicht lange. Aber solange du lebst, ist dein Leben wirklich großartig. Ein Leben ohne Risiko ist sowieso nicht real." (Charles "Chongo" Tucker III)

dagaz

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #1 am: April 12, 2012, 00:58:21 »
was meinst jetzt? die momentanen befindlichkeiten, den beginnenden frühling oder die allgemeine lage der welt bzw.. der spezies homo sapiens?
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
dæg byþ drihtnes sond - deore mannum
mære metodes leoht - myrgþ ond tohiht
eadgum ond earmum - eallum brice

barbara

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #2 am: April 12, 2012, 07:08:31 »
als sehr intensiv. und sehr sozial. Ich glaub, ich war in meinem ganzen Leben noch nie soviel unter Leuten (und immer neuen und anderen) wie in der letzten Zeit.

ich achte gut auf mich, schlafe genug, halten den Sonntag heilig (weil mindestens an EINEM Tag pro Woche will ich wirklich keine Termine) und putze häufig.

Wenn Schübe von Kreativität kommen, nutze ich sie, auch wenn sie des öftern dem Bedürfnis nach Schlaf widersprechen; sprich, so kurz vor zehn Uhr abends kommen oft noch die guten Ideen die ich "nur noch rasch" gleich umsetzen "muss".

Grundsätzlich: das Leben ist schön.

grüsse, barbara
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Mc Claudia

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #3 am: April 12, 2012, 10:53:58 »
Im Moment sitz i in der Arbeit und schreib diesen Beitrag.  :weißnicht:  Und i bin saumüd, weil i gestern noch Club 2 geguckt hab.   :schaf:
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Giles

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #4 am: April 15, 2012, 09:09:18 »
gutes thema das.
ich staune einerseits jeden tag über den mannigfaltigen globalen irrsinn und noch viel mehr über all die "lösungsansätze" die zur beruhigung propagiert werden. ich werde jeden tag wütender und ungeduldiger, zugleich eigentlich distanzierter und kühler. mir geht die art von zivilisation, die wir uns da geschaffen haben so auf den keks, dass ich intensiv nach alternativen suche und, wenn alles gut geht, auch mal umsetze.
gesellschaftlich schau ich mir erste reihe fussfrei an, ob wir jetzt irgendwelche kleinen schritte in richtung echter demokratie hinbekommen oder weiterhin der schein heilig ist, die realität dahinter eher nicht.
im kern tut es mir körperlich weh, was unsere kollektive menschliche blödheit den einzelnen menschen antut.

kannst Du damit was anfangen?
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
homo homini lupus

Nachtfalke

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #5 am: April 16, 2012, 09:47:23 »
Zitat von: "Giles"
gutes thema das.
ich staune einerseits jeden tag über den mannigfaltigen globalen irrsinn und noch viel mehr über all die "lösungsansätze" die zur beruhigung propagiert werden. ich werde jeden tag wütender und ungeduldiger, zugleich eigentlich distanzierter und kühler. mir geht die art von zivilisation, die wir uns da geschaffen haben so auf den keks, dass ich intensiv nach alternativen suche und, wenn alles gut geht, auch mal umsetze.
gesellschaftlich schau ich mir erste reihe fussfrei an, ob wir jetzt irgendwelche kleinen schritte in richtung echter demokratie hinbekommen oder weiterhin der schein heilig ist, die realität dahinter eher nicht.
im kern tut es mir körperlich weh, was unsere kollektive menschliche blödheit den einzelnen menschen antut.

kannst Du damit was anfangen?
Ja kann ich - auch wenns mir zuwider ist...
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Gruß,
Nachtfalke

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #6 am: April 16, 2012, 11:11:51 »
Es geht drunter und drüber, mal hat man mehr, mal weniger Stress, arme Menschen sterben an Hunger wie die Fliegen, Fanatiker sind fanatisch, Fundis fundamentalistisch, Geldhaie geldgierig, Umweltverschmutzer verschmutzen die Umwelt, Polizist/-innen sind mal nett mal gewalttätig, Korrupte sind korrupt, Reiche werden reicher, Arme immer ärmer, Helfende Menschen helfen, Ärzt/-innen und Krankenpfleger/-innen quer überm Erdball helfen Menschen heilen, Engagierte helfen Not lindern usw. usf.

Immer dasselbe, seit 10.000 Jahren, nur das Gesicht ändert sich.
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Nachtfalke

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #7 am: April 16, 2012, 11:27:45 »
Es ist eine Zeit der Veränderung und der Extreme... aber wäre es nicht langsam an der Zeit, dass sich die Extreme wieder annähern und austauschen?
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Gruß,
Nachtfalke

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #8 am: April 16, 2012, 11:57:38 »
Die Zeit ist immer extrem und zugleich im Lot. Kommt drauf an, wo man wohnt und welche Lebensumstände man hat.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Seth

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #9 am: April 16, 2012, 22:10:00 »
Es gibt 1,3Milliarden Menschen auf der Welt, die ein Eisendefizit haben.
Das heisst für diese, dass sie keine roten Blutkörperchen bilden können.
das wiederum heisst,dass ihr Stoffwechsel nicht funktionieren kann, weil sie ihren Körper nicht mit genug Sauerstoff versorgen können.
Das menschliche Organ, dass den meisten Sauerstoff braucht ist das Gehirn.
Bei Eisendefizit wird das Gehirn mit zuwenig Sauerstoff versorgt. Resultat? Unsere Welt.
nein, wollt ich so nicht schreiben.....
Resultat: die Menschheit verblödet.

Nun ist es interessant zu wissen, dass viele Mineralwasserhersteller (so muss man das leider nennen) ihr Mineralwasser zuerst entmineralisieren, um es hernach wieder mit Mineralien aufzufüllen. Irrsinn?
Nein, das Eisen lassen sie weg. Warum?
Ganz einfach. Es ist profitabler es extrahiert / gesondert zu verkaufen.
Man macht Menschen durch Eisenentzug krank, um ihnen das Eisen dann als Medizin zu verordnen. Ist das krank?

Es ist nicht "krank". Es ist ein Geschäft. Ein gutes. Eisenarmut macht krank, und blöd.
Die Leute merken garnicht, dass sie verarscht werden  :)
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Manche sagen, es ist Magie. Ich nenne es unerkannte Wissenschaft - oder Dasein.

Sambuca

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #10 am: April 17, 2012, 21:14:53 »
Mein eher geringes geschichtliches Wissen hervorholend, denke ich, dass uns Veränderungen bevorstehen, in welche Richtung sie gehen werden ist mir nicht klar, wenns nach der herrschenden Elite gehen würde, wärs wahrscheinlich ein totalitäres Systhem. Zur Zeit brodelt der Kessel Menschheit, wie lange es dauert, bis er übergeht? Dann ist Platz für Veränderung, denn ich glaube nicht, dass die Mächtigen freiwillig etwas hergeben. Schade, ist aber so. Veränderungen kamen immer nur aufgrund von Leid. So hat die Pest und der dadurch bedingte Ausfall der Arbeitskräfte erst eine Besserstellung der armen Bevölkerung gebracht.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Mit freundlichen Grüßen
Sambuca

Giles

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #11 am: April 18, 2012, 08:53:48 »
Zitat von: "Sambuca"
Mein eher geringes geschichtliches Wissen hervorholend, denke ich, dass uns Veränderungen bevorstehen, in welche Richtung sie gehen werden ist mir nicht klar, wenns nach der herrschenden Elite gehen würde, wärs wahrscheinlich ein totalitäres Systhem. Zur Zeit brodelt der Kessel Menschheit, wie lange es dauert, bis er übergeht? Dann ist Platz für Veränderung, denn ich glaube nicht, dass die Mächtigen freiwillig etwas hergeben. Schade, ist aber so. Veränderungen kamen immer nur aufgrund von Leid. So hat die Pest und der dadurch bedingte Ausfall der Arbeitskräfte erst eine Besserstellung der armen Bevölkerung gebracht.

geschichtlich gesehen ist es natürlich eine zeit der umbrüche:
die menschen haben vom beginn der sesshaftigkeit bis ende des 19. Jhdt im wesentlichen in dörfern gewohnt. das hat sich erst in den letzten gut 100 jahren zu den städten verschoben, was eine komplette umwälzung in der realen, persönlich erfahrenen sozialen umwelt bedeutet.
die arbeitswelt ist auch radikal gewandelt: vom agrarstaat zum industriestaat (sagen wir 1820 in europa bis 1970) dauerte es noch 150 jahre, der wechsel von der industrialisierten gesellschaft hin zu dienstleistungen nahm nun gerade mal 40 jahre in anspruch.
die besitzverhältnisse waren kaum je so abstrahiert wie heute. die wohnung ist ebenso nur gemietet wie der wagen und darüber hinaus gibts ein überzogenes konto für allerhand konsumkrimskrams. die menschen sind de facto enteignet, darüber hinaus wird besitz steuerlich geschont und arbeit im gegenzug überlastet.

so stellt sich mir das geschichtlich dar.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
homo homini lupus

Sambuca

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #12 am: April 19, 2012, 08:34:48 »
Das hast du gut beschrieben Giles.

Die jetzige Zeit erinnert mich an Orwells Farm der Tiere. Einer muß für drei arbeiten und täglich schaut weniger dabei raus.
Depressiv macht aggressiv, las ich mal, und da scheint was wahres dran zu sein, denn wenn man die Nachrichten verfolgt, nimmt die Aggression zu. Am schockierensten ist für mich die Tatsache, dass man bei einer Schlägerei von einem Verlierer nicht mehr ablässt und ihn weiter prügelt. Das würde kein Hund machen.

Einen kleiner Lösungsansatz aus der finanziellen Krise, habe ich aus Italien vernommen. Da wird vielerorts schon Dienstleisungs-Tauschhandel unter Nachbarn betrieben.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Mit freundlichen Grüßen
Sambuca

Mc Claudia

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #13 am: April 19, 2012, 13:29:47 »
Zitat von: Sambuca
Das würde kein Hund machen.
Zitat

Das bezweifle ich. Wäre das so, gäbe es keine Schwerverletzten oder Toten durch Hundebisse.

@alle:

Die schlimmen Dinge, die zur Zeit passieren, und die wir v.a. in der westl. Welt mitbekommen (in der "3. Welt" wars früher auch nicht besser) sind, gemessen an den schlimmen Dingen, die z.B. vor 100 Jahren (knapp vor dem 1. Weltkrieg) oder vor 80 Jahren (2. Weltkrieg, Holocaust) oder vor 50 Jahren (Vietnamkrieg) oder vor mehr als 30 Jahren (kalter Krieg) oder vor 30-40 Jahren (Frau war gesetzlich noch nicht gleichberechtigt) etc. passiert sind, nicht so schlimm. Es fällt uns nur auf, weil es wirtschaftspolitisch mal besser war. Das war's aber auch schon.

Karl Popper schrieb sinngemäß, dass es keine grundsätzlich voraussagbaren geschichtlichen Entwicklungen gäbe. Das heißt, weder die Idee der Kapitalisten und Technokraten, dass alles besser werde und wachsen müsse noch die Idee der Hindus u.ä., dass alles verfalle, ist richtig. Entwicklungen sind sehr individuell und flexibel und müssen differenziert betrachtet werden. Dass eine Sache einen Fortschritt macht, bedingt oft, dass eine andere Sache deshalb einen Rückschritt macht und vice versa. Man mag mich prügeln, aber weltgeschichtlich gesehen hat es, verglichen mit den letzten 100 Jahren oder so, noch nie so gut und friedlich ausgesehen wie heute. Nicht dass es jetzt überall friedlich ist. Aber Schweinereien, wie sie noch vor 50 Jahren möglich waren, kann es - viell. auch dank der globalen Vernetzung - heute nicht mehr geben, bzw. kann man sie nicht mehr so leicht verschweigen. Sachen, wie derzeit in Syrien ablaufen oder im Sudan, WEISS man - global. Und kaum einer traut sich noch, sowas gut zu heißen.

Natürlich stehen wir heute vor ANDEREN Problemen als früher. Aber m.E. nicht vor schlilmmeren.

liebe Grüße

Mc Claudia
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Giles

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Re: Die momentane Zeit...
« Antwort #14 am: April 19, 2012, 15:40:19 »
der hund beisst erst dann ungehemmt, wenn er vom menschen darauf trainiert wurde. ein "nicht scharfer" hund würde das nach meiner erfahrung nicht tun und wenn ihm ein schnapper auskommt, der heftiger ist, dann haben die auch ein sauschlechtes gewissen. zumindest nach meiner erfahrung... (bin nie gebissen worden, obwohl ich teilweise eine geradezu kleinkindliche vertrauensseligkeit gegenüber hunden habe - vielleicht gerade deswegen.)

die probleme sind anders, ja. diesmal sind sie weltumfassend, wir sind zum ersten mal in der menschheitsgeschichte drauf und dran unsere umwelt so herzurichten, dass tw. weder wir noch andere höher entwickelte lebewesen darin leben werden können. die industrialisierte massentierhaltung ist auch eine grausamkeit, die bis dato beispiellos ist. kriege und progrome untereinander, das kennt die menschheit - doch bewältigt sie die todeszonen in den meeren, die ausbreitung der wüsten, die verpestung der meere durch öl und schall und abwässer und plastik, die vergiftung der luft durch industrie etc.etc.?
können wir leben in einer realität, die dem stadtbewohner das sonnenlicht ebenso nimmt wie den sternenhimmel, klares wasser, frische luft? kaum.
vielleicht kneissen wir es ja doch noch auf kollektiver ebene. alleine das datum 2012 wäre dafür eine schöne self fulfilling prophecy.
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