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Autor Thema: Das letzte Abendmahl  (Gelesen 5191 mal)

Nordana Rone

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Das letzte Abendmahl
« am: Mai 14, 2012, 11:23:18 »
Hallo allerseits!

Ich möchte hier etwas teilen, das mich kürzlich sehr bewegte. Mir wurde dann wieder klar, wie weit oben wir hier auf der Nahrungskette stehen, und wer hier aller davon nichts abbekommt. Unsere Sorgen sind unbedeutend, wenn man die Sorgen anderer Menschen so richtig vor das Gesicht geführt bekommt.

"Das letzte Abendmahl" von Aktion Mensch.
Hier ein paar Links mit dem Plakat:
http://www.horizont.at/home/detail/das- ... frika.html
http://derstandard.at/1333528565721/Gru ... -Abendmahl

Es ist zwar ein christlicher Ansatz, aber für mich als Heide und Magierin ist das egal. Die Aussage, die hier drin steckt, ist so stark, dass sie abseits von Religion mich bewegt.  

Vor einer Woche sah ich das gigantische Plakat am Megaboard an der Wiener Südosttangente. Ein, bis zum Skelett abgemagerter, Säugling versucht sich an der dürren Brust seiner Mutter zu nähren.
So sieht der Hunger in Afrika aus, während ich mir Sorgen mache, ob mein Kind genug Eisen, Folsäure etc . in unserem üppigen Essen erhält.
Dieses Bild zeigt mehr als nur Hunger. Es zeigt, wie eine Mutter trotz schmerzenden Hunger weiterhin liebevoll ihr Kind stillt. Jede stillende Mutter kennt wahrscheinlich den treibenden Hunger, den einen ereilt, nachdem man das Kind gerade lang und intensiv hat stillen lassen. Nach der Stillzeit wird dieser Hunger unbändig.
Zudem wirkt dieses Kind am Plakat wie ein Todeskandidat. Lange wird es wohl so nicht mehr leben können. Und trotzdem stillt diese Mutter es weiter. Dies zeigt die Liebe, Kraft und Ausdauer der Menschen in Afrika, die die Hungersnot ertragen müssen.

Das Plakat löste in mir Respekt und Betroffenheit aus. Respekt für die leidenden Menschen, die weiter kämpfen und Betroffenheit für de Aussichtslosigkeit für dieses Kind. Es war ein guter Grund für mich, einen Dauerauftrag für ein Afrikaprojekt einzurichten. Ich denke, ein Teil unseres Reichtums - und wir sind tatsächlich unglaublich reich im Vergleich zu ihnen - sollte diesen Menschen zugute kommen. Und den Anfang dafür mache ich bei mir.  

Zur gleichen Zeit las ich zufälligerweise Berichte im onlinestandard, die zunehmend verdeutlichen, dass wir in den kommenden Jahrzehnten unter weltweiter Nahrungsmittelknappheit leiden werden. Bis das Leid zu uns kommt, wird es wohl dauern, aber der Bankrott (offiziell ist es keiner, aber ich sehe das so) von Griechenland zeigt, dass die Not näher kommt.

Hier noch die anderen Berichte, auf die ich stieß:
http://derstandard.at/1336435234951/Clu ... -Wachstums
http://derstandard.at/1334796821520/Bio ... tal-vorbei

Werner Lampert prophezeit bereits in 5 Jahren einen spürbaren Wandel in der Lebensmittelindustrie.

Tja, soweit meine Gedanken. Ich denke, wir sehen hier Schwierigkeiten entgegen.

Lieeb Grüße!

Nordi
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Lay an egg each day, the rest you sleep away!

Mc Claudia

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #1 am: Mai 14, 2012, 14:44:30 »
Hi Nordi,

das Armutsgefälle ist wirklich schlimm, und noch schlimmer ist, dass es - politisch - eigentlich zu vermeiden wäre.

Ich finde es cool von Dir, dass Du spendest. Ich bin zwar mit meinen Spenden hauptsächlich bei AI und Greenpeace, aber wenn ich was über hab, geb ich's am liebsten Ärzte ohne Grenzen oä. Orgas oder auch Flüchtlingshilfen wie Ute Bock.

Ich glaube aber ehrlich nicht, dass sich viel ändert, solange das raubtierkapitalistische System regiert. NGO's sind super sinnvoll. Aber wünschen tät' ich mir ein globales, politisches Umdenken.

Als einzelne, die nicht zum Helden geboren ist, bleibt wahrscheinlich eh nur die finanzielle Beteiligung an guten Projekten.

Es ist jedenfalls zum Verzweifeln. Danke für den thread.

Liebe Grüße

Mc Claudia
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Crysalgira

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #2 am: Mai 14, 2012, 18:05:25 »
ich habe dieses Plakat gesehen, nachdem ich gerade meine satte, zufriedene kleine Familie nach einem langen Wochenende zu Hause abgeliefert hatte

ich will gar nicht versuchen zu beschreiben, mit welchen Gefühlen ich nachher in unser Beltaine-Ritual gegangen bin, das Bild war noch in meinen Gedanken, als ich schon am Feuer saß ... und unser anschließendes Essen wollte mir nicht so wirklich schmecken ...

diese Katastrophe kommt schon seit Jahrzehnten auf uns zu, mal deutlicher, mal weniger deutlich
selbst als in der Alten Welt die Wirtschaft noch boomte, gab es immer wieder grauenhafte Hungerkatastrophen - und mehr oder weniger erfolgreiche Versuche, das Leid zu lindern

jetzt geht es uns angeblich schlecht (im Vergleich dazu nicht wirklich, oder?) und das Bisschen an politischem Willen geht unter dem Wirtschaftsdiktat in die Knie ...

vielleicht sollten die Veranstalter des Life Balls mal ihr Grundthema wechseln - bin gespannt, ob dann auch so eine Promi-Riege aufschlägt ...
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Don't take life too seriously - you won't get out alive anyway ....

Nordana Rone

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #3 am: Mai 15, 2012, 00:28:10 »
Liebe McC, liebe Crysalgira!

Vielen Dank für Euren Input!
Ja, das Plakat geisterte mir eben auch so lange intensiv im kopf, sodass ich es einfach nicht vergessen konnte. Ich gebe McC recht, dass mehr passieren muss, als nur spenden. Die Spenden sind nur minimale Hilfe. Politisches und wirtschaftliches Umdenken sind angesagt!

Ich habe nun folgenden Bericht schon wieder gefunden:
http://derstandard.at/1336696785057/Liv ... aneten-aus

Also diese schlechten Botschaften häufen sich zunehmend. In diesem oben angeführten Bericht wird hingewiesen, dass im Durchschnitt der Österreicher 3 Erdenplaneten benötigt, um seinen Lebensstil zu halten. Das, was wir an Mehr benötigen, nehmen wir eigentlich den anderen weg. Wer die "anderen" sind, ist nun gut gefragt. Einerseits die Armen in der Jetztzeit oder/und die Generationen nach uns. Irgendwer wird wohl unsere Zeche bezahlen müssen.

In den letzten Jahren habe ich im heidnischen Ansatz (dies war tatsächlich mein Stein des Anstosses) meinen Lebensstil vereinfacht (ergo meinen Ökofußabdruck reduziert) und mir auch Kräuterkunde, Viehzucht und Gemüseanbau beigebracht. Es war erst ein intuitiver Ansatz kommend aus Visionen von schamanischen Ritualen. Ich war mir erst nicht sicher, wie zielführend das alles sei (in der modernen Welt ist dieses Wissen im Hobbyausmaß eher weniger wert). ich wußte nur, dass ich eine Wissenslücke bei mir aus Interesse schließe. Nun langsam bekommt das alles eine äußere Sinnhaftigkeit, so scheint mir.

Ich denke, es ist wichtig, dass wir uns über Alternativen Gedanken machen und auch unsere sozialen Netzwerke hegen und pflegen. Denn auch letzteres wird dann sehr wichtig, falls die Zeiten schlechter werden.

Liebe Grüße!

Nordi
PS: Ich habe zwar meinen ÖkoFußabdruck reduziert, doch er ist immer noch viel zu groß...
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
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Crysalgira

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #4 am: Mai 17, 2012, 11:34:49 »
Zitat von: "Nordana Rone"

PS: Ich habe zwar meinen ÖkoFußabdruck reduziert, doch er ist immer noch viel zu groß...

meiner auch, leider ... das liegt schon am Wohnraum, der mir/uns zur Verfügung steht ...
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
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Nachtfalke

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #5 am: Mai 17, 2012, 16:36:59 »
Ziemlich arge Sache... vor allem wenn man bedenkt, dass wir extrem viel wegschmeißen/ vernichten.
Ich hab jetzt auch ein wenig gespendet.... :(
*auch dabei ist den ökologischen Fußabdruck zu verkleinern*
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Gruß,
Nachtfalke

"Wenn du etwas riskierst, dann lebst du vielleicht nicht lange. Aber solange du lebst, ist dein Leben wirklich großartig. Ein Leben ohne Risiko ist sowieso nicht real." (Charles "Chongo" Tucker III)

Nachtfalke

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Re: Das letzte Abendmahl
« Antwort #6 am: Mai 17, 2012, 17:25:25 »
Mh... meiner liegt angeblich bei 4,0 - Sparte "klein". Wundert mich etwas, weil ich dachte er wäre größer. Aber gut... kann man ja noch weiter ausbauen.
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Gruß,
Nachtfalke

"Wenn du etwas riskierst, dann lebst du vielleicht nicht lange. Aber solange du lebst, ist dein Leben wirklich großartig. Ein Leben ohne Risiko ist sowieso nicht real." (Charles "Chongo" Tucker III)