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Autor Thema: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende  (Gelesen 44365 mal)

Crysalgira

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #45 am: Oktober 06, 2010, 12:05:28 »
Zitat von: "Wælceasig"
Zitat von: "Crysalgira"
Inneres Wissen = erfahrbar durch Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren und dem von anderen Menschen, so sie einen dazu einladen ...  meine Definition.

Ist dieses "Innere Wissen" gleichzusetzen mit dem "Meta" oben?

Gute Frage! .... Ist es das?
Ja und nein, denke ich.
Personalisiertes Inneres Wissen hat nur insofern Allgemeingültigkeit, als dass jeder es finden kann und als dass es auf der gleichen Wahrnehmungsebene existiert wie nicht-personalisiertes Wissen, nämlich im Kopf (und vielleicht in der Seele, aber das ist eine Glaubenssache  :), dass die Seele denken kann - kommt darauf an, ob man (sich) eine zugesteht).

Eine Theorie besagt ja, das Universum / unsere Realität bestünde aus vibrierenden Strings.

Wenn ich an guten Tagen vermeine, die Musik des Universums zu hören, höre ich da mein Inneres Wissen in meiner Seele, das vor Freude summt, oder höre ich die Strings und damit letzendlich wieder mich selbst, als kleinen Ton irgendwo links hinten?
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Wælceasig

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #46 am: Oktober 06, 2010, 12:13:33 »
War das jetzt auch die Antwort auf meine Anfrage nach einem Beispiel, wie Meta und Physik zusammenpassen?
Du meinst "das innere Wissen in deiner Seele, das vor Freude summt" sei das selbe wie "Strings" (also die Strings in der Stringtheorie der Physik)?
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
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barbara

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #47 am: Oktober 06, 2010, 12:22:27 »
Zitat von: "Crysalgira"
Dass in den Weltbildern mancher Menschen (auch in meinem eigenen!) Meta und Physik durchaus zusammengehen und es einfach (noch?) an Vokabular, an Nachweisen, an gemeinsamer Basis fehlt, ist mir auch bewusst.

eigentlich eine offensichtliche Sache - würde ich meinen. Nur schon in uns selbst, im Menschen, finden wir den Körper (materiell, physikalisch und chemisch beschreibbar) - gleichzeitig empfinden wir uns als bewusste Wesen, mit Hoffnungen, Träumen, Sinn, Gedanken... und das alles untrennbar verbunden, in einer einzigen Einheit.


Zitat von: "Crysalgira"
Und letztendlich sind so manche energetische Dinge wie Heilen "Glaubens"sache - wenn ich allein dran glaube, hilft es (vielleicht) mir, wenn andere daran glauben, dass ich dazu fähig bin, hilft es (vielleicht) ihnen, wenn wir glauben, dass es möglich ist, glauben wir eben dran - und über Glauben (NICHT Religion!) theoretische Diskussionen zu führen ist schwierig, weil es dafür kein anerkanntes Vokabular gibt und Beweise, wie bei Glauben so üblich  ;), auch nach langer Diskussion immer noch Seltenheitswert haben werden ...

Glaube ist bestimmt wichtig - andererseits habe ich schon oft Wirkungen beobachtet, die mit Glaube oder Hoffnung nicht zu erklären sind. Dafür waren diese Wirkungen - an mir selbst, an anderen Menschen - zu stark und zu unerwartet. Und die Menschen, die betroffen waren, zu skeptisch.

irgendwann war da einfach der Punkt gekommen, an dem meine Erfahrungen so viel Gewicht bekamen durch immer wiederholte ähnliche Vorfälle, dass ich vom "glauben" zum "wissen" überging. Wobei ich vollkommen verstehen kann, dass Menschen, die diese Erfahrungen bisher nicht machten, skeptisch bleiben.


Zitat
Aber was ich ablehne, ist die Geschäftemacherei, NICHT die Esoterik an sich.

Ich lehne noch nicht einmal das ab. Wer ein gutes Angebot hat, soll das doch anbieten dürfen und einen anständigen Preis dafür verlangen dürfen.

Was hingegen problematisch ist, ist ein Mangel an Ethik - wenn also am Anfang der Transaktion nicht klar gesagt wird, worin die Leistung genau besteht. Wenn Versprechungen gemacht werden, die nicht eingehalten werden (können). Wenn Ware von minderwertiger Qualität angeboten wird. Wenn versucht wird, eine Abhängigkeit zu schaffen.


Zitat
Inneres Wissen = erfahrbar durch Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren und dem von anderen Menschen, so sie einen dazu einladen ...  meine Definition.

die gefällt mir gut.

Wichtig ist für mich, Menschen zu haben, mit denen ich mich austauschen kann - die Auseinandersetzung nur mit sich selbst kann dazu führen, die Bodenhaftung zu verlieren, der regelmässige Kontakt mit anderen Menschen hilft dabei, realistisch zu bleiben und die eigenen Erlebnisse und Erkenntnisse sinnvoll einordnen zu können.

grüsse, barbara
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Crysalgira

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #48 am: Oktober 06, 2010, 12:23:53 »
Zitat von: "Wælceasig"
War das jetzt auch die Antwort auf meine Anfrage nach einem Beispiel, wie Meta und Physik zusammenpassen?
Du meinst "das innere Wissen in deiner Seele, das vor Freude summt" sei das selbe wie "Strings" (also die Strings in der Stringtheorie der Physik)?

Nein, das meine ich nicht, das steht nicht da, das habe ich nicht gesagt.

Wenn du mich zitierst, dann bitte mit meinem Wortlaut - meistens wähle ich meine Worte, weil sie das sagen, was ich möchte.
Ich schrieb zusammengehen, was auf gut Wienerisch so viel heißt wie sich miteinander vertragen, zusammenpassen hast du gesagt ... und das hat eine andere Wortbedeutung, als das Wort, das ich gewählt habe, mit einer ganz anderen Konnotation.
Dinge, die sich miteinander vertragen, meinetwegen auch Ideen oder Theorien, die das tun, sind nicht automatisch das Selbe. Im optimalen Fall ergänzen sie sich, manches Mal sind sie zwei Seiten einer Weltsicht oder zwei "Sichten" auf die Welt, die koexistieren (können, zumindest in meinem Kopf, ohne dass ich eine Entscheidung für eine treffen will oder muss).
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Eldkatten

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #49 am: Oktober 06, 2010, 12:24:34 »
Hallo morgane,

meiner Meinug nach verwechselst du die Seiten. Es sind doch gerade die Esotheriker, die mit Tatsachenbehauptungen kommen ("kolloidales Silber hat einen guten Einfluss auf die Schwingungsenergie der Zellen", um nur ein Beispiel zu nennen, dem ich erst vor zwei Tagen begegnet bin) und mit der Sicherheit eines Wissens auftreten, das sie anderen, Nichtinitiierten, absprechen.

Von "Niedermachen" kann meiner Meinung nach keine Rede sein, es sei denn als Beschreibung des subjektiven Gefühls eines argumentativ unterlegenen Diskussionsteilnehmers, die/der mit dem festen Glauben angetreten ist, wirklich gut Bescheid zu wissen, aber erkennen musste, dass die eigene Argumentation vorne und hinten nicht hält und bei näherer Betrachtung zerbröselt.

Es würde mir nicht im Traum einfallen, jemanden niederzumachen, der Menschen hilft und heilt. Weder einen Schamanen, noch einen Seelsorger, keinen Homöopathen und keinen Reikianer. Ich würde denen nie sagen "Das ist völliger Humbug, was ihr da macht, und völlig wirkungslos, lasst das!".

Wo ich zugegebenermaßen keine Gnade kenne, ist wenn Esoteriker mit Erklärungsmodellen für ihre Methoden ankommen, die offensichtlich aus dem Bereich der Naturwissenschaften übernommen - gutmütig könnte man "entliehen" sagen, ich bevorzuge "gestohlen" - sind, und zwar zu dem Zweck, den Methoden Glaubwürdigkeit zu verleihen und ihre Wirksamkeit zu beweisen. Wo mir dann komplett der Hut hoch geht, ist wenn die Esoteriker dann mit diesen pseudowissenschaftlichen Modellen meinen, Grund zur Arroganz gegenüber den Naturwissenschaften zu haben, nach dem Motto "ihr könnt ja noch nicht mal erklären, warum Reiki wirkt". Verstehst du? Dabei ist noch nicht einmal erwiesen, dass Reiki (als Platzhalter für alles mögliche andere) wirkt, bzw. besser als ein Placebo (wieso staunt eigentlich niemand über die wundersame Wirksamkeit eines Placebos?), aber die Esoteriker kommen schon sofort mit Wirkmechanismen und Erklärungen daher, die dann eben auch noch aus der naturwissenschaftlichen Begriffswelt geklaut sind. Und so kommen dann die "Energiewirbel" zustande. Zur Weissglut bringt es mich dann, wenn auf die Nachfrage hin, was das denn genau sein soll - eine Naturwissenschaftlerin kann z.B. sehr wohl erklären, was eine elektromagnetische Welle ist, sofern das zu ihrem Fachgebiet gehört und soweit wie das Modell "elektromagnetische Welle" das erkaubt - , die eibensangsche Nebelmaschine angeworfen wird und plötzlich von etwas ganz anderem die Rede sein soll als von dem, was man unter "Energie" und "Wirbel" im physikalischen Sinne versteht, obwohl bis dahin der Eindruck erweckt wurde, es gehe um so etwas wie Physik, weil die Begriffe identisch sind, aber nicht wirklich erklärt ist, was denn nun stattdessen gemeint ist.

Als Extra zu einem "Pirates of the Caribian"-Film gibt es eine verpatzte Szene, in der Käpt'n Barbosa ein Kommando von Käpt'n Sparrow nicht anerkennen will und schreit "No, benay that! ... Do something else!", warauf die gesamte Filmcrew vor Lachen zusammenbricht. Genau daran erinnert mich die ermüdende Diskussion mit Esotherikern, die mit "Quanten", "Energien" und "Wirbeln" um sich werfen, dann aber, wenn sie auf Inkonsistenzen und Fehler hingewiesen werden, schreien "Nein, das ist richtig! ... Wir meinen etwas anderes!".

Wieso kommt die Theologie - egal welcher Religion - ohne Diebstähle aus den Naturwissenschaften aus, bewegt sich in einer eigenen, unmissverständlichen Begriffwelt und liefert trotzdem ein in sich konsistentes Weltmodell? Wieso muss sich die Esoterik ständig den Anstrich verpassen, sie sei wissenschaftlich oder der Naturwissenschaft überlegen (weil sie ja so viele tolle Dinge erklärt, die die Naturwissenschaft noch nicht einmal anerkennt). Wer ist hier arrogant?

Schönen Gruss
Herbert
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Wælceasig

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #50 am: Oktober 06, 2010, 12:37:51 »
Zitat von: "barbara"
Zitat von: "Crysalgira"
Dass in den Weltbildern mancher Menschen (auch in meinem eigenen!) Meta und Physik durchaus zusammengehen und es einfach (noch?) an Vokabular, an Nachweisen, an gemeinsamer Basis fehlt, ist mir auch bewusst.

eigentlich eine offensichtliche Sache - würde ich meinen. Nur schon in uns selbst, im Menschen, finden wir den Körper (materiell, physikalisch und chemisch beschreibbar) - gleichzeitig empfinden wir uns als bewusste Wesen, mit Hoffnungen, Träumen, Sinn, Gedanken... und das alles untrennbar verbunden, in einer einzigen Einheit.

Mir ist das nicht so offensichtlich. Der Begriff "Meta", wie ihr ihn verwendet, hat also irgendwie etwas mit "Einheit" und "Untrennbarkeit" oder so zu tun?

Zitat von: "Crysalgira"
Glaube ist bestimmt wichtig - andererseits habe ich schon oft Wirkungen beobachtet, die mit Glaube oder Hoffnung nicht zu erklären sind. Dafür waren diese Wirkungen - an mir selbst, an anderen Menschen - zu stark und zu unerwartet. Und die Menschen, die betroffen waren, zu skeptisch.

Gibts da irgendwie etwas, woran man das festmachen kann, bis wohin der Wirkungsgrad von Glaube und Hoffnung reicht, und ab welcher Auswirkung nicht mehr von der Wirksamkeit dieser Faktoren gesprochen werden kann?  

Zitat von: "Crysalgira"
Zitat
Inneres Wissen = erfahrbar durch Auseinandersetzung mit dem eigenen Inneren und dem von anderen Menschen, so sie einen dazu einladen ...  meine Definition.

die gefällt mir gut.

Wie setzt man sich denn mit dem Inneren anderer Menschen auseinander? Ich nehme mal an, ihr meint nicht die Psychoanalyse, sondern irgendetwas mystisches, im Sinne von Morganes Auslegung der Esoterik?
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Wælceasig

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #51 am: Oktober 06, 2010, 12:45:03 »
Zitat von: "Crysalgira"
Dinge, die sich miteinander vertragen, meinetwegen auch Ideen oder Theorien, die das tun, sind nicht automatisch das Selbe.

Ah, also zusammengehen und ergänzen, so wie Currywurst und Fritten. Stimmt, dass ist was anderes als das Selbe, auch wenn beide von länglicher Form und fettig sind.

Zitat von: "Crysalgira"
Im optimalen Fall ergänzen sie sich, manches Mal sind sie zwei Seiten einer Weltsicht oder zwei "Sichten" auf die Welt, die koexistieren (können, zumindest in meinem Kopf, ohne dass ich eine Entscheidung für eine treffen will oder muss).

Also doch die selbe Currywurst, nur einmal von der Breitseite, und einmal vom Zipfel her betrachtet?

"Das innere Wissen in deiner Seele, das vor Freude summt" und die "Strings", beziehen die sich auf das selbe Phänomen, das nur von zwei verschiedenen Warten aus betrachtet wird, oder nicht?
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barbara

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #52 am: Oktober 06, 2010, 12:56:47 »
Zitat von: "Wælceasig"
Mir ist das nicht so offensichtlich. Der Begriff "Meta", wie ihr ihn verwendet, hat also irgendwie etwas mit "Einheit" und "Untrennbarkeit" oder so zu tun?

Was Crysalgira damit genau meint, weiss ich nicht, und ich selbst benutze den Begriff "Meta(physik)" nicht. Der war mir irgendwie nie klar genug.

Ich spreche lieber von "diesseits" und "jenseits", wobei zu ergänzen wäre:
- diesseits der fünf Sinne - also alles, was Farbe, Gewicht, Geruch, Konsistenz, Länge, Ausdehnung etc hat, wie zB der menschliche Körper -
andererseits jenseits der fünf Sinne, also alles, was mit diesen nicht erfasst werden kann. Wozu zB Gedanken, Emotionen, Ideologien gehören, man kann nicht "drei Kilo Christentum" oder "zwei Meter Kapitalismus" haben, auch nicht "einen Liter Wut"

Und im Menschen vereinigt sich "diesseits" und "jenseits" - als Wesen mit Körper, mit Gedanken, mit Emotionen, das wir sind.

Zitat von: "Wælceasig"
Wie setzt man sich denn mit dem Inneren anderer Menschen auseinander? Ich nehme mal an, ihr meint nicht die Psychoanalyse, sondern irgendetwas mystisches, im Sinne von Morganes Auslegung der Esoterik?

ganz einfach, indem man sich mit anderen Leuten unterhält und sie fragt "wie geht es dir?"  ;)

Gerne auch in Verbindung mit Körperarbeit - das Gespräch von Hand auf Körper, nonverbal, zu ergänzen durch verbale Beschreibungen dessen, was man fühlt. Auch das ist nichts Mystisches oder Seltsames, lediglich gut geübter Tastsinn - und der ist sehr empfindlich und registriert nach wie vor mehr (und vor allem andere) Dinge als jedes technische Gerät. Und die verbale Reflektion darüber hilft, das Erfahrene zu verankern und einzuordnen in einen grösseren Zusammenhang.

grüsse, barbara
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Eldkatten

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #53 am: Oktober 06, 2010, 13:01:12 »
Hallo,

das vielleicht nochmal als letzter Versuch der Verdeutlichung, was mich so nervt.

Zitat von: "Crysalgira"
(...)
Eine Theorie besagt ja, das Universum / unsere Realität bestünde aus vibrierenden Strings.
(...)
und
Zitat von: "Crysalgira"
(...)
Wenn ich an guten Tagen vermeine, die Musik des Universums zu hören, höre ich da mein Inneres Wissen in meiner Seele, das vor Freude summt
(...)

Das sind zwei Dinge - Stringtheorie einerseits und vor Freude summende Seele - die nichts miteinander zu tun haben.

Ein Naturwissenschaftler weiss das, obwohl auch seine Seele vor Freude summt und er die "Musik des Universums" hört. Er weiss das unter anderem deswegen, weil er weiss, dass die Stringtheorie ein (mathematisches) Modell ist, mit dessen Hilfe man physikalische Vorgänge berechnen und beschreiben kann, und unter dessen Voraussetzung eine Erklärung physikalischer Vorgänge und Wechselwirkungen ermöglicht. Diese Berechnungen, Beschreibungen und Erklärungen sind an manchen Stellen schlüssiger, eleganter oder einfacher als Berechnungen, Beschreibungen und Erklärungen derselben physikalischen Vorgänge in anderen Modellen (oder gar nur im Stringmodell möglich), an anderen Stellen allerdings schwieriger, komplizierter oder gar widersprüchlich. Deswegen ist das Stringmodell auch nur eines unter mehreren konkurrierenden Berechnungsmodellen. Kein ernstzunehmender Naturwissenschaftler würde behaupten, dass das Universum tatsächlich aus schwingenden Saiten (=Strings) bestünde. Wenn er wirklich überzeugt von dem Modell ist, wird er sagen, dass sich das Universum (in weiten Teilen und unter der Annahme bestimmter Randbedingungen) so beschreiben lässt als bestünde es aus Strings, und die Ergebnisse dieser Beschreibung mit den tatsächlichen Beobachtungen erstaunlich genau übereinstimmen.

Der Esoteriker macht aber schon direkt im ersten Schritt den Fehler, "Strings" wörtlich zu nehmen. Die Strings der Stringtheorie sind - aller populärwissenschaftlicher Vereinfachung zum Trotz - eben keine "schwingenden Saiten". In dem Eilschritt, in dem der Esotheriker voran stürmt, übersieht er schon diesen grundlegenden Fehler und versteigt sich in die Behauptung, dass das "Summen der Seele" und die "Musik des Universums" die Wahrnehmung jener schwingenden Strings sei, aus denen das Universum ja bestünde ("Hat die Wissenschaft doch selbst gesagt"). Statt in seiner Begriffswelt zu bleiben und sich am Summen der Seele und der Musik des Universums zu freuen, fühlt der Esotheriker offensichtlich den inneren Zwang, sich zum alleserklärenden Weltdurchschauer aufzuschwingen.
Meiner durch viele Diskussionen und Ausführungen gebildeten Vermutung nach steckt dahinter eine tiefgehende Verunsicherung. Es reicht nicht, an ein Wunder zu glauben, nein, man muss es "beweisen". Immer droht die Gefahr, dass etwas liebgewonnenes, eine persönliche Erkenntnis, als Fehlschluss und Hirngespinst entlarvt wird, also baut man sich vorsichtshalber eine Bastion aus Versatzstücken und missverstandenen Konzepten, die man mit der Behauptung eines anderen Paradigmas glaubt, für alle Ewigkeiten verteidigen zu können.

Im naturwissenschaftlichen Weltbild ist Platz für jenseitiges, allein schon weil die Naturwissenschaft ihre Grenzen kennt. Ist in der Esotherik Platz für echte Naturwissenschaft, oder ist die Angst zu gross, Irrtümer erkennen zu müssen?

Schönen Gruss
Herbert
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Crysalgira

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #54 am: Oktober 06, 2010, 13:05:55 »
Zitat von: "Wælceasig"
Zitat von: "Crysalgira"
Dinge, die sich miteinander vertragen, meinetwegen auch Ideen oder Theorien, die das tun, sind nicht automatisch das Selbe.

Ah, also zusammengehen und ergänzen, so wie Currywurst und Fritten. Stimmt, dass ist was anderes als das Selbe, auch wenn beide von länglicher Form und fettig sind.

Zitat von: "Crysalgira"
Im optimalen Fall ergänzen sie sich, manches Mal sind sie zwei Seiten einer Weltsicht oder zwei "Sichten" auf die Welt, die koexistieren (können, zumindest in meinem Kopf, ohne dass ich eine Entscheidung für eine treffen will oder muss).

Also doch die selbe Currywurst, nur einmal von der Breitseite, und einmal vom Zipfel her betrachtet?

"Das innere Wissen in deiner Seele, das vor Freude summt" und die "Strings", beziehen die sich auf das selbe Phänomen, das nur von zwei verschiedenen Warten aus betrachtet wird, oder nicht?

NEIN, definitiv nein, ES IST NICHT DASSELBE! (@ all ... sorry für Caps)

und ich habe jetzt echt keine Zeit, es dir noch mal zu erklären - vielleicht tu ich das, wenn ich grade mehr Zeit habe, oder lies dir bitte meine Antwort vorher noch mal durch, vielleicht kommst du ja selbst dahinter ...

so nebenbei, ich finde deinen Vergleich mit Currywurst und Fritten zwar extrem unappetitlich, aber wenigstens dem Verfassers artgerecht ... dir ist aber schon klar, dass der eigentlich an mir vorbeigehen muss? Ich hab in meinem Leben noch keine Currywurst gegessen und hab es auch nicht vor ...
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morgane

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #55 am: Oktober 06, 2010, 13:07:01 »
Hi eldkatten!
Warum esoteriker die begriffe der naturwissenschaft verwenden? Zum teil wahrscheinlich, weil es kaum andere begriffe und wörter dafür gibt. Was willst du sagen, wenn du meinst *energie*? Ich sage in dem fall prana oder chi oder od oder orgon, das ist für mich die lebensenergie, die allen erscheinungen zugrunde liegt. Würdest du dann nicht wieder fragen: "Was ist denn das? Welche art energie? Ist sie messbar, erklärbar, nachweisbar?

Ich würde antworten: "Sie ist erfahrbar."

Wäre dir das genug?

Über kolloidales silber kann ich überhaupt nichts sagen, darüber weiß ich nichts.

Genau, weil eben die wissenschaftliche sicht der welt die erklärungshoheit beansprucht, bemühen sich viele esoteriker, ihre dinge in wissenschaftliche terminologie zu kleiden. Ich verteidige das nicht. Es ist aber sehr schwierig, eine andere sicht der dinge, eine völlig andere perspektive,  zu kommunizieren, vor allem mit menschen, die diese sicht nicht teilen, schon mit annähernd *gleich gesinnten* ist das nicht immer leicht.

Ein gewisser skeptizismus ist sicher angebracht. Er kann aber so weit gehen, sich allem, was nicht dem rationalen weltbild entspricht, zu verschließen und leute, die eine anderes weltbild haben, sofort abzukanzeln, wenn sie nur einmal eine esoterische redewendung verwenden, statt eine gemeinsame gesprächsbasis zu suchen.

lg morgane
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Die natur der natur ist allemal übernatürlich (Seth)

barbara

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #56 am: Oktober 06, 2010, 13:09:37 »
Zitat
Der Esoteriker macht aber schon direkt im ersten Schritt den Fehler, "Strings" wörtlich zu nehmen.

diese Aussage ist in dieser Absolutheit nicht korrekt.

Zitat
Ist in der Esotherik Platz für echte Naturwissenschaft, oder ist die Angst zu gross, Irrtümer erkennen zu müssen?

Es ist Platz für Naturwissenschaft, es ist aber durchaus auch Platz für einen spielerischen Umgang mit Bildern und Metaphern, die die Wissenschaft zur Verfügung stellt.

Und es gibt nicht wenig Leute, die diese beiden Ebenen sauber getrennt halten, auch wenn sie es nicht notwendigerweise bei jedem Satz im Voraus deklarieren "jetzt ist es streng wissenschaftlich - jetzt ist es metaphorisch". In der Regel wird aus dem Kontext ja klar, was gemeint ist, und falls nein, kann man immer noch nachfragen.

grüsse, barbara
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Wælceasig

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #57 am: Oktober 06, 2010, 13:11:00 »
Zitat von: "barbara"
Was Crysalgira damit genau meint, weiss ich nicht, und ich selbst benutze den Begriff "Meta(physik)" nicht.

Ach so. Du weißt nicht, was sie meinte, trotzdem war ihre Äußerung für dich eine "offensichtliche Sache".

Zitat von: "Wælceasig"
ganz einfach, indem man sich mit anderen Leuten unterhält und sie fragt "wie geht es dir?"  ;)

Ach so, wenn ihr vom "Inneren" spricht, dann meint ihr nicht irgendein "inneres Wissen", sondern die emotionale Befindlichkeit eines Menschen. Esoteriker in eurem Sinne sind also Leute die sich im klaren darüber sind, wie es ihnen geht.
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Crysalgira

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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #58 am: Oktober 06, 2010, 13:15:08 »
Zitat von: "Eldkatten"
Hallo,

Das sind zwei Dinge - Stringtheorie einerseits und vor Freude summende Seele - die nichts miteinander zu tun haben.

Ein Naturwissenschaftler weiss das, obwohl auch seine Seele vor Freude summt und er die "Musik des Universums" hört. Er weiss das unter anderem deswegen, weil er weiss, dass die Stringtheorie ein (mathematisches) Modell ist, mit dessen Hilfe man physikalische Vorgänge berechnen und beschreiben kann, und unter dessen Voraussetzung eine Erklärung physikalischer Vorgänge und Wechselwirkungen ermöglicht. Diese Berechnungen, Beschreibungen und Erklärungen sind an manchen Stellen schlüssiger, eleganter oder einfacher als Berechnungen, Beschreibungen und Erklärungen derselben physikalischen Vorgänge in anderen Modellen (oder gar nur im Stringmodell möglich), an anderen Stellen allerdings schwieriger, komplizierter oder gar widersprüchlich. Deswegen ist das Stringmodell auch nur eines unter mehreren konkurrierenden Berechnungsmodellen. Kein ernstzunehmender Naturwissenschaftler würde behaupten, dass das Universum tatsächlich aus schwingenden Saiten (=Strings) bestünde. Wenn er wirklich überzeugt von dem Modell ist, wird er sagen, dass sich das Universum (in weiten Teilen und unter der Annahme bestimmter Randbedingungen) so beschreiben lässt als bestünde es aus Strings, und die Ergebnisse dieser Beschreibung mit den tatsächlichen Beobachtungen erstaunlich genau übereinstimmen.
Schönen Gruss
Herbert

Danke, Herbert, schöner hätt ich es nicht sagen können! Vielleicht begreift Waelceasig es jetzt, wo es von dir kommt.

Zu deinem nächsten Absatz:
Nachdem ich also weiß, dass die Strings keine Saiten (einer Geige, Gitarre, Harfe, die von kleinen Engelein gespielt wird, etc ...) sind, bin ich also keine Esoterikerin?!
Oder gibt es vielleicht doch welche, die dieses wissenschaftliche Wissen doch haben und verstehen? Wäre das in Ausnahmefällen theoretisch möglich?

Natürlich habe ich eine Erklärung, wieso das möglich ist, aber die würde weder dir noch Waelceasig was bringen, weil sie sehr stark gefühlsbetont ist (alte Frauen dürfen das sein  :) , esoterisch oder nicht): diese Musik in meinem Inneren fühlt sich gut und richtig an und dieses physikalische Erklärungsmodell fühlt sich ebenso gut und vielleicht richtig an, um ein bisschen mehr zu verstehen.

Crysalgira
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Re: phänomen esoterikesse und göttinnenwochenende
« Antwort #59 am: Oktober 06, 2010, 13:19:40 »
Zitat von: "Wælceasig"
Ach so, wenn ihr vom "Inneren" spricht, dann meint ihr nicht irgendein "inneres Wissen", sondern die emotionale Befindlichkeit eines Menschen. Esoteriker in eurem Sinne sind also Leute die sich im klaren darüber sind, wie es ihnen geht.

@ Waelceasig
Nachdem ich nicht annehme, dass du mit Barbara im Pluralis Majestatis sprichst, pass bitte auf, dass ich dir nicht versehentlich in deinen Wir-Begriff da reinrutsche -
Barbara und ich sind so unterschiedlich wie ein Gänseblümchen und ein Jasmin-Strauch - beides ist weiß und Pflanze, aber da hören sich die Gemeinsamkeiten auf ...

tut mir leid, wenn es das für dich komplizierter macht, aber du kannst nicht Barbara fragen, wenn du wissen willst, was "in meinem Sinne was" ist ... du wirst wohl, wenn es dich wirklich interessiert, mich bzw. jeden einzeln fragen müssen
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