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Autor Thema: Psychisch instabile Ungläubige?  (Gelesen 9443 mal)

Mc Claudia

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Psychisch instabile Ungläubige?
« am: Juni 22, 2011, 14:42:14 »
Hi allerseits,

habe gerade einen Beitrag gelesen:

http://religion.orf.at/projekt03/news/1 ... bie_fr.htm

und finde v.a. diese Aussage äußerst befremdlich:

„Die Ursache dafür [für überzogen feindliche, unkontrollierte Emotionen als Reaktion auf Religion] liegt nach Meinung Bonellis in einer narzisstischen Kränkung. Narzisstisch veranlagte Menschen verspürten Schmerz darüber, etwas, was sie nicht wahrhaben wollten, könnte wahr sein. "Die Angst vor dem Auffliegen des Selbstbetrugs aufgrund der unmanipulierbaren Normengebung der Religion löst Abwehr aus", erklärte der Psychiater. Die Menschen fürchteten, ihr konstruiertes Selbstbild könnte an der Realität zerbrechen. Weiters könne auch das Fehlen einer Instanz für Geborgenheit Eifersucht und Neid gegenüber jenen auslösen, die sich in einer Religion beheimatet fühlten.
Ressentiments und Gewalt zwischen Angehörigen verschiedener Religionen sind laut Bonelli nicht religiös begründbar. Religionen seien friedlich, würden aber oft missbraucht, wenn Menschen sie nur zur Mobilisierung anderer für eigene Interessen benutzten, statt sie zu leben. ....“

Was haltet Ihr davon?

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber die Atheist/innen, die ich bis jetzt kennenlernen durfte, reagieren v.a. feindselig auf totalitäre Strömungen in den Religionen, auf unbeweisbare Behauptungen, auf Missbrauch in den Religionen, auf die zumeist besch***** Rolle der Frauen, auf unbeweisbare Autoritäten (Gott....), die nicht hinterfragt werden sollen, auf teils absurde Glaubensgebäude, etc.

Dass dafür aber Narzissmus der Grund sein soll, eröffnet sich mir gar nicht. V.a. kenn ich keine Atheist/innen, die Angst vor einem Auffliegen eines angeblichen Selbstbetrugs hätten (inwiefern betrügen Atheist/innen sich selbst?)

Wenn auf unmanipulierbare Normengebung aggressiv reagiert wird, dann deswegen, weil diese Normen menschenrechtswidrig sind oder/und für Ungläubige absolut absurd sind.
 
Auch Neid auf eine (angebliche) Geborgenheit durch eine höhere Instanz konnte ich bei Atheist/innen noch nicht orten. Die brauchen sowas nämlich nicht. Sonst wären sie ja religiös.

Interessant ist, dass ausgerechnet den Nicht-Gläubigen ein „konstruiertes Selbstbild“ vorgehalten wird, „das an der Realität zerbrechen könnte“. Fragt man sich nur, welche Realität er meint, und warum religiöse Selbstbilder nicht konstruiert sind und an Realitäten zerbrechen könnten ....

Am blauäugigsten finde ich aber die Behauptung, „Ressentiments und Gewalt zwischen Angehörigen verschiedener Religionen sind laut Bonelli nicht religiös begründbar. Religionen seien friedlich, ...“. Ganz klar, wenn man alle militanten Gottheiten und Gottesvorstellungen ausblendet, alle Verse in den hl. Büchern und Riten, die gewaltverherrlichend sind und sich über einen rachsüchtigen Gott (oder Göttin) freuen, verdrängt, alle heiligen Kriege, die unter dem Segen von Gottheiten oder anderen spirituellen Instanzen geführt wurden, was auch oft in als heilig geltenden Überlieferungen zu finden ist, dann könnte man behaupten, die Religionen seien friedlich.

Der Kommunismus ist eigentlich ja auch friedlich, und Stalinismus hat gar nix mit Kommunismus zu tun, der Kommunismus wurde lediglich missbraucht ....

Woraus man, wenn man diesen Gedankengang weiterspinnt zur Behauptung gelangen muss, dass Menschen, die mit ideologischem/religiösem Hintergrund und Begründung anderen Menschen weh tun, mit der jeweiligen Ideologie/Religion nix am Hut haben, sondern das eigentlich nur aus Selbstzweck tun. Blöd halt nur, wenn die Ideologien/Religionen in ihren Lehren und Dogmen selbst Gewalt herausfordern .....

Was sagt Ihr zu diesen Behauptungen?

Vielleicht reagiere ich ja auch etwas übertrieben, oder ich hab offenbar einen starken atheistischen Anteil in mir, dass ich mich durch diese Aussagen leicht angegriffen fühle. *grml* Da ich aber keine Atheistin bin, sondern eher das Gegenteil (Polytheistin), und mich diese Aussagen trotzdem annerven, würd mich mal Eure Meinung dazu interessieren.

Liebe Grüße

Mc Claudia
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »

Giles

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #1 am: Juni 22, 2011, 17:50:14 »
ich finde es sinnlos, quasi alle atheisten in eine schublade zu stopfen. es ist ebenso legitim nicht zu glauben, wie zu glauben, imho. das ist so ähnlich als ob mir wer erkärt "alle katholiken.." oder "alle wicca..." - das hält dem belastungstest namens realität nicht stand.
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homo homini lupus

barbara

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #2 am: Juni 22, 2011, 22:35:18 »
hallo

aufgrund meiner Beobachtungen im Internet würde ich schon sagen, dass Atheisten eine Neigung dazu haben, ungewöhnlich aggressiv und oft mit beleidigendem Wortschatz aufzutreten, und dass sie den Glauben anderer oft als persönliche Beleidigung auffassen.

Der Atheismus hilft einem Menschen auch nicht, zu Sinn und Bedeutung zu finden, was Religionen aber tun (ob Religionen das auf gute und konstruktive Weise tun, ist eine andere Frage - aber sie alle bieten Antworten auf Sinnfragen an). Als Atheist kommt man wohl nicht darum herum, eine ungemütliche Geworfenheit in eine kalte, absurde, sinnlose, feindliche, grausame Welt zu empfinden - wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sich streng an die eigenen Denkgebäude hält. Meins ist es nicht, wenn ich diese für die wahre Welt halten würde, wär mein Selbstmord nicht weit weg... und das meine ich nicht als Redewendung, das meine ich als Tatsache.

Andererseits haben die Religionen natürlich auch viele problematische Seiten, wozu zB das Zwangskuscheln mit Unterdrückung der Meinungs- und Redefreiheit in vielen traditionellen Richtungen gehört. Das mag eine Wärme sein, aber es ist allzu oft die Wärme eines verschissenen, stinkenden Stalls. und ja, es gibt auch religiöse Richtungen, die klar Freude an Gewalt haben und Gewalt propagieren.

Alle Atheisten kann man natürlich nicht in ene Schublade stopfen, aber so gewisse Tendenzen und Gemeinsamkeiten bei Weltanschauungsgruppen gibt es natürlich schon.

grüsse, barbara
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morgane

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #3 am: Juni 22, 2011, 22:36:21 »
Hi mc. claudia!
Dieser mann vertritt eine MEINUNG. Er vertritt sie als angehöriger einer konfessionellen gemeinschaft. Willst du dich allen ernstes mit dieser meinung auseinander setzen? Ist sie für dich maßgeblich? ".........." Na, eben!
Wenn ein muslimischer geistlicher meint, frauen dürfen nicht auto fahren - würdest du dich ernsthaft mit dieser meinung auseinander setzen?
Wenn ein indianischer medizinmann meint, man müsse sich zum meditieren eine feder in den allerwertesten stecken, würdest du dich ernsthaft damit auseinander setzen?
Wenn ein indischer guru ernsthaft behauptete, donnerstags dürfe nur mittel und ringfinger zum nasebohren benutzt werden, würdest du....?
Na eben  :)

lg morgane
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Die natur der natur ist allemal übernatürlich (Seth)

dagaz

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #4 am: Juni 23, 2011, 00:49:31 »
Zitat von: "barbara"
Als Atheist kommt man wohl nicht darum herum, eine ungemütliche Geworfenheit in eine kalte, absurde, sinnlose, feindliche, grausame Welt zu empfinden - wenn man ehrlich zu sich selbst ist und sich streng an die eigenen Denkgebäude hält.

manche findens vielleicht ganz witzig, sich als zufallsprodukt dieses irrsinnigen universums zu sehen, und genießen ihr kurzes gastspiel hier.
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barbara

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #5 am: Juni 23, 2011, 06:19:52 »
Zitat von: "dagaz"
manche findens vielleicht ganz witzig, sich als zufallsprodukt dieses irrsinnigen universums zu sehen, und genießen ihr kurzes gastspiel hier.

ich kann mir nicht vorstellen, was daran witzig sein soll. Besonders dann nicht, wenn es existentielle Situationen geht, in denen es kein Handeln, sondern nur ein Erleben gibt - jemand ist schwer krank, jemand stirbt, man wird verlassen...

grüsse, barbara
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dagaz

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #6 am: Juni 23, 2011, 17:02:59 »
Zitat von: "barbara"
ich kann mir nicht vorstellen, was daran witzig sein soll. Besonders dann nicht, wenn es existentielle Situationen geht, in denen es kein Handeln, sondern nur ein Erleben gibt - jemand ist schwer krank, jemand stirbt, man wird verlassen...

such is life, and it's getting sucher and sucher every fucking day...
scherz beiseite - die alternative wäre, garnicht erst zu existieren, was eh bald genug wieder passieren wird.
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Babsi

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #7 am: Juni 23, 2011, 19:08:47 »
Die Atheisten, die ich kenne, sind auch so wie McClaudia sie beschrieben hat.
Haben zwar keinen Zugang zu Religion, sind aber der Sache an sich nicht feindlich eingestellt, außer sie wird missbraucht.
Aber ich denke, es gibt bestimmt auch "fanatische" Atheisten- die ihren Weg für den einzig richtigen halten, alle anderen als dumm und kindisch empfinden und gegen die Religionen, den "falschen" Weg, kämpfen- damit sind sie eigentlich genauso engstirnig wie die, die sie angeblich verabscheuen  :D  :ugly: Menschen sind nunmal so. die meisten halt -.-
« Letzte Änderung: Januar 01, 1970, 01:00:00 von Guest »
Wenn zwei Falken auf einem Baum sitzen und ein Schwarm Wildenten fliegt vorbei, dann sagt auch nicht ein Falke zum andern:
"Schau, da fliegt die Mehrheit, das muss der richtige Weg sein, schließen wir uns an!"
Sie werden weiterhin als Falken dem Weg der Falken folgen.

dagaz

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #8 am: Juni 24, 2011, 00:26:23 »
Zitat von: "Babsi"
es gibt bestimmt auch "fanatische" Atheisten- die ihren Weg für den einzig richtigen halten, alle anderen als dumm und kindisch empfinden und gegen die Religionen, den "falschen" Weg, kämpfen- damit sind sie eigentlich genauso engstirnig wie die, die sie angeblich verabscheuen

nicht vergessen:

die schärfstev kritiker der elche
waren einmal selber welche.

ein atheist der zweiten oder dritten generation sieht die dinge sicher lockerer, als jemand, der unter dem eindruck steht, während seiner gesamten kindheit und eines teils seiner adoleszenz verarscht worden zu sein.
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Mc Claudia

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #9 am: Juni 24, 2011, 09:16:26 »
Hi,

ich behaupte nicht, dass Atheist/innen nicht feindlich, abwehrend oder auch mal beleidigend auf Religiöse reagieren (v.a. auf fanatisch Religiöse). Ich finde nur den Grund, weswegen sie das tun, absurd. Ich sehe hier eher Grundsatzverschiedenheiten in Ethik und Realitätsverständnis, ich sehe aber weder Narzissmus noch Neid auf Gläubige oder so als Grund für feindselige reagierende Atheist/innen. Wenn ich abwehrend und feindselig auf Unterdrückungsmechanismen und Grausamkeit reagiere, dann tu ich das, weil ich das absolut unmenschlich und verwerflich finde, nicht weil ich narzisstisch bin oder den Grausamen was neidig. Atheistische Feindseligkeit gegen Religionen läuft in eine ähnliche Richtung, weil v.a. die fanatischen Auswüchse und Unmenschlichkeiten am Pranger stehen. In Büchern von Atheist/innen hab ich auch schon öfters gelesen, dass gerade aufgeklärte, liberale und gebildete Religiöse beliebte Diskussionspartner/innen von Atheist/innen sind.

@Barbara:

Dass Atheist/innen sich in eine grausame Welt geworfen fühlen, so ohne Trost, ist m.E. ein Vorurteil. Nur weil man nicht an ein Weiterleben nach dem Tod oder an höhere Mächte glaubt, heißt das nicht, dass man mit Lebenskrisen nicht fertig wird. Man erklärt sie sich halt anders. Ich kann auch nicht bestätigen, dass Atheist/innen pessimistischer wären oder unglücklicher. Es gibt eine ganze Menge Gründe glücklich zu sein und das Leben zu meistern, die voll unspirituell sind.

@Morgane:

Ich bin ein Mensch in einer globalisierten Welt. Und mich interessiert alles, was ich interessant finde, v.a., wenn ich direkt oder indirekt betroffen bin. Abgesehen davon ist es ein interessantes Diskussionsthema, wie ich finde. Ob sich ein Schamane eine Feder in den Hintern steckt, ist mir wirklich wurscht. Wenn aber Leute, die Macht haben, also eine größere Menge Leute mit ihrer Meinung erreichen, moralische Aussagen machen, dann interessiert mich das sehr wohl, denn ich bin Teil dieser Welt.

liebe Grüße

Mc Claudia
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morgane

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #10 am: Juni 24, 2011, 16:15:14 »
Zitat von: "Mc Claudia"
Ich bin ein Mensch in einer globalisierten Welt. Und mich interessiert alles, was ich interessant finde, v.a., wenn ich direkt oder indirekt betroffen bin. Abgesehen davon ist es ein interessantes Diskussionsthema, wie ich finde. Ob sich ein Schamane eine Feder in den Hintern steckt, ist mir wirklich wurscht. Wenn aber Leute, die Macht haben, also eine größere Menge Leute mit ihrer Meinung erreichen, moralische Aussagen machen, dann interessiert mich das sehr wohl, denn ich bin Teil dieser Welt.

Ich wollte dir nicht deine anteilnahme an der *welt* madig machen, sondern nur zu bedenken geben, dass nicht jede meinung relevant für dich oder jemand anderen sein muss. Es gibt zu viele, die sich als experten betrachten und meinen, ihre meinung sei aufgrund ihres titels oder ihrer stellung beachtenswert.
Ist sie, aber nur, wenn du sie beachtest. ;)

lg morgane
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barbara

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #11 am: Juni 24, 2011, 17:33:43 »
Zitat von: "Mc Claudia"
Dass Atheist/innen sich in eine grausame Welt geworfen fühlen, so ohne Trost, ist m.E. ein Vorurteil. Nur weil man nicht an ein Weiterleben nach dem Tod oder an höhere Mächte glaubt, heißt das nicht, dass man mit Lebenskrisen nicht fertig wird. Man erklärt sie sich halt anders. Ich kann auch nicht bestätigen, dass Atheist/innen pessimistischer wären oder unglücklicher. Es gibt eine ganze Menge Gründe glücklich zu sein und das Leben zu meistern, die voll unspirituell sind.

nach sehr ausführlichen Gesprächen mit Leuten, die sich selbst Atheisten und auch Skeptiker nennen, und nach häufgem Nachfragen, habe ich immer noch nicht herausgefunden, welche anderen Erklärungen sie denn haben.  :weißnicht: aber da sie ganz offensichtlich leben, haben sie offenbar einen Weg gefunden.

grüsse, barbara
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dagaz

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #12 am: Juni 24, 2011, 23:07:29 »
Zitat von: "barbara"
nach sehr ausführlichen Gesprächen mit Leuten, die sich selbst Atheisten und auch Skeptiker nennen, und nach häufgem Nachfragen, habe ich immer noch nicht herausgefunden, welche anderen Erklärungen sie denn haben.  :weißnicht: aber da sie ganz offensichtlich leben, haben sie offenbar einen Weg gefunden.

erklärungen wofür?


a) für die existenz des universums?

das ist eigentlich eine klare sache: da "nichts" per definitionem nicht existiert, muss es irgendetwas geben.

oder
b) dafür, dass dieses etwas jetzt kein eisenwürfel von 80 mrd. lichtjahren kantenlänge ist?

wenn dem so wäre, könnten wir kaum darüber diskutieren.


c) für das böse in der welt?

das ist relativ. für das zebra ist die löwin vielleicht das absolut böse, für ihre jungen ist sie die liebe mami, die was leckeres zum futtern anschleppt.


e) dafür, dass du selbst existierst?

einem geschenkten gaul schaut man nicht ins maul. siehe g)


f) was nach dem tod passiert?

wir kehren (auf gewissen rituellen umwegen) in den nahrungskreislauf zurück. weißt schon: huhn frisst wurm, mensch frisst huhn, wurm frisst mensch...


g) für den sinn des lebens?

freu dich dass du lebst. billionen, die an deiner statt gezeugt hätten werden können, habens nicht geschafft. du hast die eizellenlotterie samt spermienwettrennen gewonnen.


h) dafür dass du sterben musst?

das muss eines tages dieses gesamte universum, so what?


sonst noch fragen?
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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #13 am: Juni 25, 2011, 07:13:36 »
nein, wie sie mit Lebenskrisen umgehen. Also mit jenen Momenten, die einfach schmerzhaft sind, wo an der Sache selbst nichts geändert werden kann und wo ein Spruch à la "alle müssen mal sterben, so what?" weder Trost bringt noch den Schmerz lindert, sondern höchstens zynisch und grausam wirkt.

grüsse, barbara
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morgane

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Re: Psychisch instabile Ungläubige?
« Antwort #14 am: Juni 25, 2011, 08:43:10 »
Ich verwahre mich gegen die einteilung in religiöse und atheisten. Man ist nicht automatisch atheist, wenn man nicht im rahmen eines anerkannten religionssystems lebt. Religionen sind in meinen augen kindergeschichten, in die man die spirituellen wahrheiten gekleidet hat, um sie zu tradieren und weiter zu geben. Im laufe der zeit wurde dieser tradierte rahmen mit dem eigentlichen inhalt verwechselt.
Sich diesem rahmen nicht verpflichtet zu fühlen, bedeutet aber keineswegs, das ganze bild zu verwerfen. Den anspruch, *gott* sei katholisch, moslemisch, jüdisch, zoroastrisch oder weiblich/männlich abzulehnen, ist nicht mit atheismus gleichzusetzen.

lg morgane
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